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Richard O’Brien RÜCKBLICK: ROCKY HORROR SHOW
– DON'T DREAM IT, SEE & ENJOY IT!

Text: Andrea Beckert, Veranstalter: BB Promotion,
Fotos: BB Promotion (1), T. Mardo (8), J. Haue (3)


Bis 11.12.2011 war das Wiener Museums-Quar-
tier Mekka für alle Rocky Horror-Fans! Die aufwendige Neuinszenierung des erotischen Kult-Musicals und sowohl die altbekannten als auch die neuen Ensemble-Mitglieder wurden bei der Wienpremiere euphorisch gefeiert. Unter Mitarbeit des genialen Richard O’Brien und seinem ausgezeichneten Kreativteam ga-
ben neue technische Effekte der skurrilen Handlung den letzten Feinschliff, und setzte die einzigartige Erfolgsgeschichte des Musi-
cals mit mitreißenden Klassikern nahtlos fort.


Hier finden Sie weitere Szenefotos...
Rocky Horror Show
Richard O’Brien, Autor, Komponist und Riff Raff der ersten Stunde, und der bekennende „Rocky Horror Show“-Fan und Regisseur Sam Buntrock haben sich am Ursprungsskript orientiert und dieses mit neuen technischen Effekten erweitert. Herausgekommen ist dabei eine Neuinszenierung des erfolgreichsten Kultmusicals aller Zeiten, wo Altbewährtes (Choreo-
grafie, Kostüme und Bühne) weiterhin restlos be-
geistert und sich mit Neuem, zum Beispiel mit teil-
weise von der Show ablenkenden grellen Licht-
Spezialeffekten, zu einem neuen Ganzen verbindet. Matthew Mohr öffnet Darstellern und Publikum gleichermaßen durch seine ebenso mitreißenden wie schwungvollen Choreografien – etwas anderes hätten wir auch nicht erwartet – das Tor in eine bizarr-glamouröse Welt mit höllischem Treiben und lustvollem Tanz. Die sechsköpfige Live-Band rockt oberhalb der Schauspieler so heftig, dass still sitzen unmöglich ist und rundet die Neuinszenierung perfekt ab.
Ein internationales Ensemble setzt die sexy und rockige Inszenierung mit exzellenten schauspieler-
ischen und teils herausragenden gesanglichen Leistungen perfekt um: Der zuerst überraschend mit dunkelhaariger Perücke erscheinende und dann doch wieder blonde Dr. Frank'n'Furter, verkörpert von Rob Morton Fowler, zieht verführerisch wie eh und je seine weiblichen wie männlichen Fans in seinen Bann. Mit viel Charme und Witz streut Rob Morton Fowler in seine englischen Texte gelegent-
lich auch das ein oder andere deutsche Wort ein, und hat so die Lacher auf seiner Seite. Riff Raff-
Darsteller Matt McKenna singt sich mit seiner aus-
drucksstarken Stimme auf Anhieb in die Herzen des Wiener Publikums und bekommt für sein begnadetes Schauspieltalent enthusiastischen Applaus. Djalen-
ga Scott, die Riff Raffs hübsche Schwester Magenta
verkörpert, stimmt mit ihrer prägnanten Stimme und einem etwas kantigen Eröffnungssong „Science Fic-
tion Double Feature“ die erwartungsvollen Besuch-
er auf die folgende Party ein und ist eine ebenbür-
tige Gefährtin für Riff Raff. Herrlich zum Mitverfolgen ist, wie das anfangs prüde junge Paar Janet Weiss, Daisy Wood-Davis, und Brad Majors, Jon Hawkins, schrittweise von ihren biederen Kleidern befreit werden und langsam am exzentrisch erotischen Treiben glaubwürdig gefallen finden. Sam Cassidy mimt den liebenswerten, aber für die Rolle leider ein wenig zu schmächtigen, Rocky Horror und der auf der Bühne etwas schüchtern wirkende Darsteller lässt mit seinen aufgemalten Bauchmuskeln vor allem Janets Herz höher schlagen. Kerry Winter als Columbia und Sean Kingsley in den Rollen des Eddie und Dr. Scott sind Dank ihrer puren Spielfreude ein wahrer Hochgenuss.
In der neuen Fassung im MuseumsQuartier übernim-
mt der gebürtige Wiener Thomas Weissengruber die Rolle des Erzählers. Zugegeben, die „boring“-Rufe aus dem Publikum waren am Premierenabend unan-
gebracht und respektlos, auch wenn er an die Leis-
tung von Publikumsliebling Alexander Goebel, er 2008 als Erzähler und vor Jahren schon selbst als Riff Raff auf der Bühne stand, bei weitem nicht her-
ankam. Mit schlagfertigen Argumenten auf die Pub-
likumsmeldungen versuchte er das Publikum auf Deutsch durch den sonst englischsprachigen Abend zu führen.
Auch wenn Thomas Weissengruber vielleicht nicht jeden überzeugen kann, tut das der Party-Stimmung bestimmt keinen Abbruch. Infiziert vom schrillen und verrückten „Märchen für Erwachsene“ zele-
brieren ausgelassene, teils in Korsett und Strapsen verkleidete, textsichere Fans die tolle Vorstellung.
– Let’s Do The Time Warp Again!
DOs and DON'Ts für die Show:
Ein weiterer unerlässlicher Bestandteil für die per-
fekte Rocky-Horror-Show-Party ist natürlich ein um-
fangreiches Fan-Package, welches am Merchandis-
ing Stand vor Ort erhältlich ist. In der Horror-Tasche findet der wahre Fan alle erlaubten Gegenstände, welche er für den puren Spaß braucht, um so zum unentbehrlichen Teil der vergnüglich-bizarren Show zu werden. Gelegenheiten für die interaktive Betäti-
gung gibt es laufend – das Spiel kann beginnen:
Nach der Hochzeit wirft man Konfetti; während des Gewitters schützt eine Zeitung (oder eventuell das Programmheft) – nicht nur Janet, weil der „echte Re-
gen“ durch Wasserpistolen simuliert wird; um das Licht in Frankensteins Schloss besser sehen zu können werden Leuchtstäbe geschwenkt. Bei DER sehnsüchtig erwarteten Rocky Horror-Hymne „The Time Warp Again!“ formiert sich der tanzbegeisterte Fan mit Gleichgesinnten und gehört so für kurze Zeit zum „Ensemble“. Statt Applaus für die fulminante Schöpfungsrede von Dr. Frank'n'Furter ratscht man mit der Ratsche; am Ende des Charles Atlas Songs werfen Transsilvanier auf der Bühne und im Publikum nochmals Konfetti, um Rocky und Frank den Weg ins Bett zu versüßen; passend zum Song „I’m Going Home … cards for sorrow, cards for pain…” verab-
schiedet man sich mit einem Spielkartenregen.
WICHTIGER HINWEIS: Bitte nichts auf die Schau-
spieler und auf die Bühne werfen! Ebenfalls sind selbst mitgebrachte Utensilien wie beispielsweise Feuerzeuge, Wunderkerzen, Reis, Wasserbomben, Super-Soakers und ähnliches aus Sicherheitsgrün-
den strengstens VERBOTEN!


Wiener MuseumsQuartier Halle E
Museumsplatz 1, 1070 Wien
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