Die Echten zieht es wieder in die große weite Welt hinaus. Weil die a capella-Band gelegentlich auch mal Geld verdienen muss gastieren sie erstmals auf den Verhörer Inseln (die drei Eilanden „Bidde?“, „Wos is?“ und „Hä?“ gehörten zu einer Gruppe von Gegen-
den an denen das umgebende Wasser über seiner Oberfläche ausgetrocknet ist). Die Echten haben ei-
nen Vertrag unterschrieben, den kein Bandmitglied wirklich genau gelesen hat. Da „Rock-Band“ im Ver-
trag wörtlich gemeint ist, stehen sie nun als Girlband auf der Bühne. Vor allem Alexander Wartha macht in seinem hautengen roten Minikleid eine echt tolle Figur. Stephan Gleixner drücken die ungewohnten Schuhe und so muss er wegen seinen Fuß-ballen eine schmerzvolle Niederlage ertragen. Franz Lan-
ger interessiert sich mehr für die Landesgeschich-
te als fürs Schminken. Damit liegt es an der einzigen Frau in der Runde, Renate Reich, mit viel Charme und noch mehr Motivation ihre Kollegen möglichst authentisch auf die Bühne zu bringen, da die drin-
gend benötigte Gage von der Tarnung abhängt. |
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Renate versteht bei Schlafzimmerameisen (Bedro-
om Ants) keinen Spaß (und nimmt Lady Gaga musika-
lisch aufs Korn). Alex und Franz kehren betrunken von der Bar zurück und singen: „Wo ist mein Gin hi?' …“ (die Falco-Parodie gehört zu den Highlights).
Nach der Pause schmieden Die Echten am Camping-
platz Pläne. Franz philosophiert „wenn ein Wind mei-
nen Körper verläst…“ (Xavier Naidoo). Renate, die Camping Queen (Dancing Queen) schwärmt vom ro-
mantischen Sternenhimmel. Und der Ex-Lagerfeuer-Gitarist Alex, der auf seinen Nachfolger R. Fendrich stolz ist, bekommt Gusto auf Chicken Nuggets:„Hen-
nen haben Federn, Hennen sind auf dieser Welt ein-
fach unersetzlich, Hennen saufen kaum, … Hennen gackern wie blöde, … Hennen sind allzeit bereit, ... Hennen haben es schwer, … außen hart, innen ganz weich … wann ist ein Hahn ein Hahn…“ (Für Gröne-
meyers Neuinterpretation folgt selbstverständlich tosender Applaus, ebenso wie auf Franz’s (Die Ärzte-)Antwort: „Hähne sind Schweine, traue ihnen nicht mein Huhn, sie wollen alle nur das ei-ne, … |
Während ihrem ersten Auftritt ist die „heißeste Rock-Band“ überzeugt: „Wir geben den Ton an in dieser Stadt, und haben die Texte die sonst keiner hat…“ Schließlich will doch „a jeder Die Echten hören“. Das Publikum tobt! Doch Renate findet ihre Gesangeskol-
legen nicht authentisch genug. Sie findet, dass Männer nur eindimensional denken. Das Männerge-
hirn ist wie ein Kasten, es besteht aus einzelnen Schubladen, keine hat mit der anderen irgendetwas zu tun, in jeder Schublade ist etwas anderes drin-
nen, zum Beispiel: Sex, Autos, Frauen, in der größ-
ten Schulblade ist „Nichts“ drinnen, daher können Männer stundenlang auch nichts tun und nicht den-
ken. Im Frauengehirn ist alles verbunden, daher ha-
ben Burschen keine Ahnung „wie Görls in Wirklich-
keit san“. Die Burschen sind sich einig: „Görls kann man net verstehen!“
Es folgt ein zünftiger Auftritt der Girlband, „Hollorä-
duliöh“. Danach überkommt Alex die Männlichkeit und es zieht ihn an die Bar. Stephan frönt im letzten Raucherparadies „Walking mit Memphis“. |
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ein Hahn fühlt sich erst als Hahn wenn er es dir be-
sorgen kann…“
Die Echten wollen nur mehr weg von der totalen geografischen Pizza-Kahlzone, doch dafür brau-
chen sie einen Job mit Ausstiegschancen. Da kommt ihnen er erster verhörerische Wettbewerb, der Song Contest im Karaoke singen, gerade recht. „And the winner is …“ Das und noch vieles mehr erfahren Sie im neuen Programm „Tapetenwechsel“.
Auch die Zugaben können sich hören lassen. Der musikalische Bogen spannt sich von Genesis über Tina Turner bis zu Michael Jackson (Franz als „Beau-
ty Queen“ in seiner „Billig Jean“). Stephan brilliert einmal mehr mit E-Gitarren-Solo (welches selbst mit einem echten Instrument kaum zu toppen ist).
Fazit: Nach über zwei Stunden ist das Publikum restlos begeistert und gefesselt zugleich vom sensationellen Auftritt der einzigartigen Stimmakrobaten. Mehrfach grandios!! |