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EVENT-TOPTIPP: SOPHIE SCHOLL – DAS MUSICAL – ein Plädoyer für Mut, Achtsamkeit und Zivilcourage!
Text: Andrea Beckert, Sujet: Das Vindobona, Fotos: Helmut Rasinger / Teatro
Wien, 05.11.2025. Am Dienstag, dem 4. November 2025, feierte im ausverkauften Vindobona ein musikalisches Theaterstück über ein ernstes Thema seine berührende Premiere: „Sophie Scholl – Das Musical
– Die weiße Rose“
Die ergreifende Produktion erzählt die wahre Geschichte der Widerstandskämpferin Sophie Scholl und der Gruppe „Weiße Rose“. Das Musical von Norbert Holoubek (Buch) und Walter Lochmann (Musik. Leitung, Arrangements) ist ein Plädoyer für Mut, Achtsamkeit, Zivilcourage und die Entschlossenheit, stets für das Richtige einzutreten.
Mit „Sophie Scholl – Das Musical“ setzt das Vindobona ein starkes Zeichen für Erinnerung, Menschlichkeit und Zivilcourage und lädt dazu ein, einer jun-gen Heldin zu gedenken, deren Mut bis heute inspiriert. Und die zentrale Botschaft der Widerstandsgruppe bleibt bis heute aktuell: „Nie wieder!“
Nach der
Welturaufführung in Mödling im Sommer 2025 ist „Sophie Scholl – Das Musical“
nun als Neuinszenierung rund um die Novemberpogrome an drei Terminen (08. – 10.11.25) im Vindobona zu erleben. Prädikat: Absolut empfehlenswert! |
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Über die Weiße Rose:
Die Weiße Rose war eine Widerstandsgruppe gegen die nationalsozialistische Diktatur, die hauptsächlich von Studenten getragen wurde und von München aus agierte. Sie entstand während des Zweiten Welt-kriegs. Den inneren Kreis der Weißen Rose bildeten die beiden Geschwister Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst, Willi Graf sowie der Universitätsprofessor Kurt Huber. Die Gruppe verfasste, druckte und verteilte zunächst in der Region München, später auch in einigen anderen Städten des NS-Staates insgesamt sechs Flugblätter. In diesen Veröffentlichungen thematisierten sie die Verbrechen des Regimes und riefen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf. Zwischen Ende Februar und April 1943 wurde sie mit der Enttar-nung, Verhaftung und schließlich dem Justizmord an ihren prägenden Mitgliedern (Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst) nach Todesurteilen des sogenannten „Volksgerichtshofes“ zerschlagen.
Heute gilt die Weiße Rose als bekanntestes und sym-bolgebendes Beispiel für den studentisch-bürgerli-chen Widerstand gegen das NS-Regime in Deutsch-land. Darüber hinaus steht sie für Moral, Mut, Zivil-courage und Opferbereitschaft im Einsatz für huma-nistisch-demokratische Werte vor dem Hintergrund einer totalitären Diktatur.
Inhalt:
Die Familie Scholl führt in Forchtenberg ein idylli-sches Leben, der Vater ist Bürgermeister, die Mutter hält die Familie zusammen und die Kinder wachsen behütet auf. Mit der Zeit verändern sich jedoch die Umstände. Die Familie übersiedelt nach Ulm.
Sophie teilt zunächst die Überzeugung ihres Bruders und glaubt an
das von den Nationalsozialisten pro-pagierte Gemeinschaftsideal
und tritt dem Bund Deutscher Mädel bei. Später nimmt sie zusammen
mit ihrem Bruder Hans am Gruppenleben der Deut-schen Jungenschaft
teil. Sophie lernte den Offiziers-anwärter Fritz Hartnagel bei
einer Tanzveranstaltung kennen und verliebt sich in ihn. |
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Sophie reist nach München, um dort ein Studium der Biologie und
Philosophie an der Ludwig-Maximilians Universität zu beginnen. Durch ihren Bruder, der an
derselben Universität Medizin studiert, lernt Sophie Studenten
kennen, die ihre Ablehnung der NS-Herr-schaft teilen und
bestärken. Hans möchte seine Schwester zum Schutz aus der
studentischen Wider-standsgruppe heraushalten, doch Sophie
gelingt es, sich der Gruppe anzuschließen. Die Gruppe ruft in
Flugblättern zum Widerstand gegen Hitlers Diktatur und den Krieg auf. Sophie verteilt zusammen mit ihrem Bruder zahlreiche Exemplare des sechsten Flugblatts im Hauptgebäude der Ludwig-Maximili-ans-Universität.
Diese risikoreiche Aktion führt zur Festnahme der Geschwister
Scholl. Im Prozess wer-den Hans und Sophie Scholl sowie Christoph Probst vom Volksgerichtshof in München zum Tode verur-teilt. Noch am selben Tag, gegen 17:00 Uhr, erfolgt die Vollstreckung der Todesurteile. Sophies letzte Worte: „Die Sonne scheint immer noch.“
Über Leading Team & Cast:
Mit viel Respekt und Fingerspitzengefühl brachte Re-gisseurin Rita Sereinig die erschütternde Geschichte einer Heldin, die niemals aufgab und die Welt ver-änderte, auf die Bühne. Das Stück, welches den Bo-gen vom Umschwung der Zeit von jugendlicher Leichtigkeit zur unterdrückenden und gewaltsamen Nazi-Zeit spannt, stammte aus der Feder von Nor-berto Bertassi. Walter Lochmann (musikalische Leitung und Arrangements) hat ins Ohr und unter die Haut gehende Songs komponiert. Unter seiner Leitung spielte ein tolles Live-Orchester am Balkon des Vindobonas. Katharina Strohmayer zeichnete für die Choreografie verantwortlich. Brigitte Huber ent-warf die zur Zeit passenden Kostüme. Die Projektio-nen von Christian Ariel Heredia und das Bühnenbild von Norberto Bertassi unterstützten das Geschehen auf der Bühne wirkungsvoll.
Das junge, engagierte Ensemble überzeugte und hauchte mit
großer Authentizität und emotionaler Intensität den Figuren Leben
ein. In der Titelrolle |
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brillierte Anna Fleischhacker als Sophie Scholl. An ihrer
Seite kämpfte David Mannhart als tapferer Bruder Hans. Ihre
Eltern wurden von Ruth Kraus-Pizzinini als liebevolle Mutter Lina Scholl und vom fantastischen
Norberto Bertassi als Robert Scholl, der bereits als
Bürgermeister in Forchtenberg im da-maligen Volksstaat
Württemberg vor den Gefahren von Hitler warnte, verkörpert. In
ihrer Doppelfunk-tion begeisterte Tanja Petrasek, die als
Schwester Inge Scholl auf der Bühne stand und zusätzlich durch
den Abend führte, dabei mit Daten und Fakten die Geschichte
ergänzte. Antonia Ullrich als Schwes-ter Liest und Timo Petz als
Bruder Werner vervoll-ständigten Familie Scholl. Christoph Rudi
als Sophies Verlobter Fritz Hartnagel, Alexander Hoffelner als
Alexander Schmorell, Jakob Riegler als Rolf Futter-knecht, Phil
Fichtner als Christoph Probst und Tobias Steppan als Willi Graf
wirkten auch großartig mit.
Fazit:
Das Musical von Norberto Bertassi und Walter Loch-mann ist eine berührende Hommage an eine junge Frau, die mit Mut, Achtsamkeit, Menschlichkeit und Zivilcourage die Welt positiv veränderte und dafür ihr Leben riskierte. Es war ein emotionaler Premie-renabend, der in minutenlangen in Standing Ova-tions für das wunderbar singende und spielende En-semble sowie das exzellente Leading Team gipfelte.
Das Genre Musical bietet die Möglichkeit, sowohl Erwachsene als auch Jugendliche ab 14 Jahren, die sich zuvor kaum mit diesem Thema auseinanderge-setzt haben, anzusprechen. Zugegeben, „Sophie Scholl – Das Musical
– Die Weiße Rose“ ist ein schwe-res Stück, welches man trotzdem ohne Bedenken weiterempfehlen kann. Bravo!
UNISEX-Bewertung: 5 von 5 weiße Rosen bzw. 5 von 5 Punkte
Sophie Scholl – Das Musical
04. (Premiere) & 08. – 10.11.25, Das Vindobona
Wallensteinplatz 6, 1200 Wien, vindobona.wien |
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