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Stefano Bernardin
EVENT-TOPTIPP: STEFANO BERNARDIN – Hamlet – one man show – Weltliteratur, die Spaß macht!
Text: Andrea Beckert, Fotos: © Archiv Theater Akzent

Wien, 17. November 2021. Kann man eines der bedeutendsten Werke William Shakespeares „Hamlet“ als „one man show“ auf die Bühne bringen? Ja, kann man, wenn man Hubsi Kramar (Regie), Stefano Bernardin (Schauspieler) und Wolfgang Sturm (Direktor des Theater Akzent) heißt. Denn diesen drei Herrn ist es zu verdanken, dass nach einer „Blödelei“ am 16. November 2021 tosender Premierenjubel zu hören gab. In „Hamlet – one man show“ geht es um Schauspiel im besten Sinn. Tipp: An vier weiteren Abenden versorgt Stefano Bernardin Köper, Geist und Seele mit kultureller Nahrung! Prädikt: WOW!!
Weltliteratur im Theater Akzent:
Die vor mehr als 400 Jahren verfasste Tragödie „Hamlet“ wurde von Stefano Bernardin auf ein rund 90-minütiges Stück mit philosophischen Monologen und pointierten Dialogen gekürzt. Textlich blieb er meistens sehr nahe am Original. Obwohl die Tragö-
die rund um (Bruder-)Mord, höfischen Intrigen, Rache und Melancholie, alles andere als lustig ist, kommt die Komik nicht zu kurz.
Unter der wunderbaren Regie von Hubsi Kramar trat Publikumsliebling Stefano Bernardin Dienstagabend zum ersten Mal den Beweis an, ein ganzes Ensemble ersetzen zu können. Denn sämtliche Haupt- und Nebenfiguren wurden vom facettenreichen Schau-
spieler verkörpert. Mit gekonnt gesetzten Nuancen in Mimik, Gestik und veränderter Stimme wechselte Stefano Bernardin blitzschnell zwischen der Titel-
figur Hamlet – Prinz von Dänemark, ein widersprüch-
licher, zweifelnder, zögernder, aber auch geistrei-
cher, witziger und wortgewalter Melancholiker, und den weiteren Rollen, wie seinem Onkel und neuer König von Dänemark Claudius, der vor roher Gewalt nicht zurückschreckt, Hamlets Mutter und Königin Gertrude, dem königlichen Ratgebers Polonius, des-
sen Sohn und Ophelias Bruder Laertes, Prinz Fortin-
bras von Norwegen, seinen ehemaligen Schulkame-
raden Rosencrantz und Guildenstern, sowie Hamlets Freund und Vertrauten Horatio. Zusätzlich konnte das Publikum Stefano Bernardin auch am Schlagzeug und an der Gitarre auf der Bühne bestaunen.
Auch optisch wurde die Inszenierung auf ein Mini-
mum reduziert und kommt mit wenigen Requisiten aus. Tolle Lichteffekte setzten wichtige Akzente und untermalten die Stimmung.
Der abwechslungsreiche Premierenabend war ein voller Erfolg. Am Ende bedankte sich das restlos be-
geisterte Publikum mit frenetischem Applaus und
minutenlangen Standing Ovations bei Stefano Ber-
nardin. Auch Regisseur Hubsi Kramar und Hausherr Wolfgang Sturm erschienen noch auf der Bühne. Ausnahmetalent Stefano Bernardin war jedenfalls die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, als er mit riesigen Freudensprüngen die Bühne des Theater Akzents verließ. Glückliche Gäste machten sich auf den Heimweg und philosophierten dabei über den Sinn des Lebens.

Inhalt:
Prinz Hamelt kommt von seinem Studium in Witten-
berg wieder zurück an den dänischen Königshof, um an der Beerdigung von seinem Vater teilzunehmen. Nachts erscheint Hamlet der Geist seines Vaters und erfährt, dass sein Vater von dessen Bruder Claudius vergiftet wurde. Hamlet wird von ihm aufgefordert, Rache zu nehmen, dabei aber Gertrude, die Königin, die kurz nach dem Tod des Königs Claudius geheira-
tet hat, zu verschonen.
Hamlet und Ophelia sind ein Liebespaar. Polonius verbietet seiner Tochter Ophelia den Umgang mit Hamlet, der glaubhaft so tut, als wäre er verrückt.
Hamlet plant, den neuen König zu überführen und engagiert eine vorbeikommende Schauspieltruppe, die Ermordung des alten Königs durch Claudius nachzuspielen. Mit Erfolg, denn seine empörte Re-
aktion ist der Beweis, dass Claudius der Mörder ist. Hamlet sieht seine Gelegenheit zur Rache, als er Claudius alleine und betend begegnet, doch Hamlet zögert. Die Königin bittet ihren Sohn um eine drin-
gende Aussprache. Währenddessen verfolgt Polo-
nius, der Berater des Königs, hinter einem Vorhang die hitzige Unterredung zwischen Mutter und Sohn. Im Glauben, hinter dem Vorhang verstecke sich der König, ersticht Hamlet irrtümlicherweise Polonius.
Nach Hamlets Mord an Polonius verbannt Claudius
seinen Neffen nach England. Seine Jugendfreunde Rosencrantz und Guildenstern sollen einen Brief überbringen, in welchem Claudius den englischen König ersucht, Hamlet zu enthaupten. Der Prinz öff-
net aber den Brief vorher und schreibt ihn zu einem Todesurteil für Rosencrantz und Guildenstern um. Hamlet kehrt nach einem Piratenangriff während der Überfahrt nach Dänemark zurück.
Ophelia ist selbst wegen Hamlets Wahnsinn und der Ermordung ihres Vaters verrückt geworden und ist im Fluss ertrunken. Beim Begräbnis von Ophelia trifft Hamlet auf seinen Jugendfreund Laertes, Bruder von Ophelia und Sohn vom ermordeten Polonius. Laertes fordert Hamlet zum Duell auf. Die Ereignisse über-
schlagen sich, die finale Katastrophe inkl, Gift und Fechtkampf ist unausweichlich, zum Schluss kom-
men sämtliche Hauptfiguren ums Leben. Hamlet kann den Auftrag seines Vaters erfüllen und den Mord rächen.

Fazit:
Jeder kennt Hamlets legendäre Worte: „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.“ „Wahnsinn oder Irrsinn, sollte hier die Frage lauten.“ Stefano Bernar-
din hat auf der Bühne des Theater Akzents wirklich Außergewöhnliches leistet, dafür gebührt ihm großer Respekt und der lang anhaltende Applaus des Publi-
kums war höchst verdient. „Hamlet – one man show“ ist ein erstklassiges Theatervergnügen, welches man (so bald es wieder möglich ist) erleben sollte.
UNISEX-Bewertung: 5 von 5 Punkte

Stefano Bernardin – Hamlet – one man show
26.11. (verschoben auf 29.01.22 ) & 16.12.21
12., 28. & 29.01.22t

Theresianumgasse 18, 1040 Wien
www.akzent.at
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