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EVENT-TOPTIPP: SEPTEMBERTHEATER: CARMEN – die Novelle aus der Feder von Prosper Mérimée feierte Welturaufführung in der Kulturszene Kottingbrunn!
Text: Andrea Beckert, Sujet: Clemens Künzel, Fotos: Gerhard Maly
Kottingbrunn / Wien, 06.09.2026. Am 5. September 2026 feierte die Kulturszene Kottingbrunn eine gelungene Welturaufführung: „Carmen“, basierend auf der Novelle von Prosper Mérimée. Zwar ist die Geschichte weithin bekannt, doch meist nur in der Opernversion von Georges Bizet – insbesondere durch dessen berühmte Musik. Die literarische Vorlage birgt jedoch weit mehr: Sie erzählt vom Ringen um Anerkennung, einem würdevollen Leben in Freiheit und Selbstbestimmung sowie von Macht, Unheil und der zerstörerischen Leidenschaft zwischen den Geschlechtern.
Mit der 30. Septemberproduktion ist dem engagierten Team ein außergewöhnliches Werk gelungen. Im Wasserschloss von Kottingbrunn erwacht nun Carmen, der Inbegriff der Femme fatale, zu neuem Leben. Unter der Regie von Anselm Lipgens bringt die beliebte Theatergruppe erstmals das wilde, schillernde und lebenshungrige, dabei zugleich tragische und kraftvolle Leben Carmens als Schauspiel auf die Bühne.
Noch bis zum 27. September haben Interessierte die Gelegenheit, gemeinsam mit dem spielfreudigen Ensemble in die Welt der Gitanos im Spanien des 19. Jahrhunderts einzutauchen. Prädikat: Wertvoll! Zur Fotogalerie (23 Fotos) |
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Über Prosper Mérimée und die Novelle Carmen:
Prosper Mérimée (* 28. September 1803 in Paris; † 23. September 1870 in Can-nes) war ein französischer Schriftsteller. Zu seinen bekanntesten Werken zählen: „Mateo Falcone“, „Tamango“ (beide 1829), „Le Vase étrusque“ (1830), „La Vénus d’Ille“ (1837), „Colomba“ (1840) und „Carmen“ (1845, 1874 von Georges Bizet zu seiner berühmten Oper umgearbeitet).
Im Jahr 1830 reiste Mérimée für ein halbes Jahr durch Spanien, wo er die Familie Montijo kennenlernte und von einem familiären Skandal erfuhr. Nach eigenen Angaben basiert die Figur der Carmen auf der Geliebten eines berüchtigten spa-nischen Deserteurs und Banditen, Don José Maria Zempranito, aus den 1830er Jahren. Diese Figur verband Mérimée mit Carmencita, der Frau des Grafen von Montijo, die ursprünglich als Zigarettenarbeiterin in Granada tätig war, bis der Graf sie entdeckte, sich in sie verliebte und sie schließlich heiratete.
Der Name „Carmen“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Lied, Gedicht, Gesang oder auch Zauberspruch – eine passende Assoziation für die Titelfigur, ihre Novelle und die berühmte Oper. Carmen verkörpert den Inbegriff der Fem-me fatale, die Männer, die ihr verfallen, ins Verderben führt.
Inhalt:
Ort, Zeit: Andalusien, im Herbst 1830.
Der Erzähler namens Prosper reist durch Andalusien, um historische und geo-grafische Forschungen zu betreiben. Eines Tages trifft er auf den gefürchteten Räuber Don José. Als dieser an Soldaten verraten werden soll, warnt ihn der Erzähler und rettet ihm so das Leben.
Einige Monate später trifft der Erzähler Don José im Gefängnis wieder, wo dieser auf die Todesstrafe wartet. In mehreren Rückblenden erzählt Don José seine verhängnisvolle Lebensgeschichte zu Carmen:
Der pflichtbewusste Unteroffizier Don José begegnet während seiner Wache an der Tabakfabrik von Sevilla der freiheitsliebenden Carmen. Micaela bringt Don Josés einen Brief von seiner Mutter und einen Kuss. Während der Arbeit in der Tabakfabrik verletzt die impulsive Carmen ihre Kollegin und wird daraufhin ver-haftet. Don José erhält den Befehl, sie ins Gefängnis zu überführen. Mit verfüh-rerischen Worten umgarnt Carmen den Unteroffizier und ermöglicht ihr die Flucht. Im Gegenzug verspricht sie ihm eine leidenschaftliche Nacht. Dafür muss Don José für vier Wochen in den Arrest und wird degradiert.
Carmen feiert mit ihren Freundinnen Frasquita und Mercédès in der Taverne des Wirts Lillas Pastia. Der berühmte Stierkämpfer Escamillo erscheint und zeigt Interesse an Carmen, doch sie weist ihn spielerisch zurück.
José und Carmen begegnen sich erneut. Beim Zapfenstreich will José in die Kaserne zurückkehren, doch Carmen überredet ihn, aus Dankbarkeit für seine Hilfe bei ihrer Flucht die Nacht mit ihr zu verbringen. Am nächsten Morgen jedoch hat sie es eilig, ihren Liebhaber wieder loszuwerden – nicht ohne ihn zu warnen, sie lieber zu vergessen, weil ihm sonst Unheil drohe.
Einige Wochen später, während er als Wachposten dient, lässt José sich von Carmen überreden, bei einer Schmuggelaktion nicht einzugreifen. In einem Streit tötet er einen von Carmens Liebhabern und muss aus Sevilla fliehen. Um der drohenden Verurteilung und Exekution zu entgehen, folgt José Carmens Rat und schließt sich einer Schmugglerbande an.
Mit dem Erscheinen von Garcia, dem eigentlichen Anführer der Bande und Carmens Ehemann, wird José von rasender Eifersucht und Wut überwältigt. Nach einem Streit beim Kartenspiel kommt es zu einer Messerstecherei, in der José erneut zum Mörder wird und Garcias Position einnimmt.
José hat neue Pläne, er möchte das Gaunerleben aufgeben und mit Carmen in Amerika einen Neuanfang machen. Während Carmen sich nach Freiheit sehnt, wird Don José immer besitzergreifender und eifersüchtiger. Frasquita und Mercédès vertreiben sich die Zeit mit Kartenlegen. Die Karten prophezeien Frasquita und Mercédès Glück und Liebe, für Carmen jedoch den Tod. Micaela erscheint und bittet Don José, zu seiner sterbenden Mutter mitzukommen. Als Escamillo, der nach Carmen sucht, auftritt, kommt es zwischen den beiden |
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Männern zu einem heftigen Kampf, den Carmen schließlich beendet. Widerwillig verlässt Don José sein Versteck und schwört Carmen, zurückzukehren.
Vor der Stierkampfarena in Sevilla treffen José und Carmen erneut aufeinander. Carmen ist nun die Geliebte des gefeierten Toreros Escamillo. José fleht, bittet und droht, doch Carmen gesteht ihm, dass ihre Liebe zu ihm gestorben sei, und wirft den Ring, den José ihr einst geschenkt hat, weg. Eher würde sie sterben, als ihr freies Leben als Roma aufzugeben. Traurig und wütend zugleich ergreift er sein Messer, ersticht Carmen und besiegelt so ihr beider Schicksal. Kurz nach dem Mord gibt er sich einem Wachposten zu erkennen, gesteht seine Tat und wird daraufhin zum Tode verurteilt.
Über das Team hinter und auf der Bühne:
Regisseur Anselm Lipgens griff auf die literarische Vorlage des französischen Romantikers Prosper Mérimée zurück und verfasste das Buch zur tragischen Liebesgeschichte. Mit viel Feingefühl führte er Regie und schuf ein vielseitiges Bühnenbild, das mit einigen Überraschungen aufwartete. Die authentischen Kostüme entwarf Katharina Kappert. Bernhard Hitzenhammer setzte die Bühne von Martin Postl gekonnt in stimmungsvolles Licht.
Wie gewohnt standen Profis und Amateur*innen gemeinsam auf der Bühne und überzeugten das Premierenpublikum. Besonders beeindruckend mimte Selina Ströbele die Titelrolle. Sie verkörperte eine außergewöhnlich starke, stolze, selbstbewusste und geheimnisvolle Frau, die kompromisslos über ihr eigenes Leben bestimmt und für ihre Freiheit und Unabhängigkeit sogar den Tod in Kauf nimmt. Mit welcher Energie Selina Ströbele auf der Bühne stand, war absolut bewundernswert. Max G. Fischnaller war als Don José ihr kongenialer Partner, von dem erheblicher körperlicher Einsatz abverlangt wurde. Die Chemie zwi-schen den beiden Hauptdarstellern stimmte einfach, sodass man jede Sekunde mit ihnen mitfühlte und mitleidete. Heinz Scharb glänzte als Prosper, ein fran-zösischer Reisender und Archäologe. Walter Tlapak überzeugte als Zuniga und als Engländer, der vergeblich nur Augen für Carmen hatte. Johanna Bruckner sammelte als sehr junge Micaela Bühnenerfahrung. Martin Hauer schlüpfte in die beiden Rollen von Lillas Pastia und Garcia hinein. Martina Gutmann zeigte große Spielfreude als Nonne, Manuela und Juanita – ebenso wie Ingrid Spörker als Frasquita und Enisa Meindl als Mercedes. Konstantin Weissenböck übernahm die Charaktere Morales und Paolo und machte als Stierkämpfer Escamillo eine gute Figur. Astrid Krizanic-Fallmann agierte sowohl in der Rolle der Antonia als auch eines Gastes; Simon Malleczek trat als Remendado und Longa auf; Lilly Künzel spielte das Mädchen Alicia; Franz Zimmermann übernahm die Rollen von Dancario, Arztes und einem Gast; Burgi Weissenböck begeisterte als tempera-mentvolle Oma und Vorarbeiterin. Der Musikant Nikola Zaric untermalte das Stück mit traditionellen Klängen und sorgte zusätzlich für Abwechslung.
Fazit über die Premiere:
Die Welturaufführung lockte am Samstagabend Zuschauerinnen aus Nah und Fern zu einer frenetisch gefeierten Premiere. Publikum und Kritiker*innen zeig-ten sich gleichermaßen begeistert von der eindrucksvollen Inszenierung und den überzeugenden schauspielerischen Leistungen. Das 30. Septembertheater ist eine äußerst gelungene Produktion, die nur einen Wunsch offenlässt: Möge die Erfolgsgeschichte der Kulturszene Kottingbrunn in den nächsten 30 Jahren ebenso fortgeschrieben werden.
Ein großes Kompliment gebührt dem gesamten Team für einen Abend voller Herzblut und Leidenschaft – herzlichen Dank!
UNISEX-Bewertung: 4,5 von 5 Punkte
Septembertheater: Carmen
05. (Premiere), 06., 11. – 13., 18. – 20. & 24. – 27.09.26, Kulturszene Kottingbrunn, Kulturwerkstatt
Schloß 1, 2542 Kottingbrunn, www.kulturszene.at |
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Das Gewinnspiel ist leider schon abgeschlossen!
Herzlichen Dank für die zahlreichen Einsendungen. Wir gratulieren der Gewinnerin!
Hinweis: Alle Emails, die an diesem Gewinnspiel teilgenommen haben, werden bis 30.09.26 gelöscht.
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