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Der Mann von La Mancha
EVENT-TIPP: DER MANN VON LA MANCHA – eine Hommage an 25 Jahre Kulturszene Kottingbrunn!
Text: Andrea Beckert, Sujet: Clemens Künzel, Fotos: Barbara Palffy (6), Gerhard Maly (5)

Kottingbrunn/Wien, 3. September 2022. Bereits 1997 wurde das Musical „Der Mann von La Mancha“ von Dale Wasserman als erste Septemberproduktion der Kulturszene Kottingbrunn in einem „Stall“ auf die Bühne gebracht. Seit damals lebt man in der Kulturszene Kottingbrunn, ungefähr 30 km südlich von Wien, den „unmöglichen Traum“. Mittlerweile hat sich die Kulturszene im Wasserschloss mit zwei wunderschön renovierten Häusern, Kulturwerk-
statt und Markowetztrakt, zu einem kulturellen Kleinod in Niederösterreich entwickelt. Bereits auf 25 erfolgreiche Septemberproduktionen kann die Kulturszene Kottingbrunn verweisen. Anlässlich ihres 25-Jahr-Jubiläums erwacht eine der herrlichsten Figuren der Weltliteratur wieder zum Leben.
In einer neuen, fabelhaften Inszenierung von Anselm Lipgens erzählt das Ensemble, wie immer mit großartigen Profi- und Amateurschauspieler/innen, die traumhaft, anrührende Geschichte über die Abenteuer von Don Quixote, der „Ritter von der traurigen Gestalt“, der gegen imaginäre Feinde kämpft, und seinem treuen Diener Sancho. Am 2. September 2022 feierte das Musical „Der Mann von La Mancha“ eine frenetisch umjubelte Premiere in der aus-
verkauften Kulturszene. Don Quixote und seine Gefährten träumen noch bis 25. September 2022 (jeweils Freitag bis Sonntag) den „unmöglichen Traum“ im Wasserschloss Kottingbrunn. Prädikat: Wertvoll!
Nach „Der Raub der Sabinerinnen“ (Februar) und „Das Wunder von Aquello“ (Mai) steht nun das dritte Highlight auf dem Spielplan der Kulturszene Kottingbrunn: „Der Mann von La Mancha“
Basierend auf dem berühmten Roman „Don Quixote“ von Miguel de Cervantes entstand das Musical „Der Mann von La Mancha“ von Dale Wasserman (Buch), Joe Darion (Text) und Mitch Leigh (Musik). 1966 erhielt das Musical fünf Tony Awards, unter anderem für das „Beste Musical“ und den „Besten Schauspieler“.
Seit 1997 lebt das engagierte Team der Kulturszene Kottingbrunn den „unmög-
lichen Traum“. Vor 25 Jahren wurde die berührende Geschichte um den „Ritter von der traurigen Gestalt“ schon einmal im Wasserschloss auf die Bühne ge-
bracht. Im Jubiläumsjahr kehrt die Kulturszene Kottingbrunn zu ihrem Ursprung zurück und präsentiert in einer neuen, vergnüglichen Inszenierung von Regis-
seur Anselm Lipgens im September das Musical „Der Mann von La Mancha“.
Kulturszene-Obfrau Irene Künzel: „Anlässlich unseres 25-jährigen Jubiläums wollen wir den „unmöglichen Traum“ des Don Quixotes heuer noch einmal auf die Bühne bringen. Denn die Kulturszene Kottingbrunn ist ein leuchtendes und sehr lebendiges Beispiel dafür, was für wunderbare Dinge entstehen können, wenn sich begeisterte Menschen zusammenschließen, um das scheinbar Un-
mögliche zu versuchen.“

Inhalt:
Ort & Zeit der Handlung: Kerker in Sevilla, um 1600.
Wegen „Angriffe auf seine Majestät Allerheiligste Katholische Kirche“ werden der Dichter Miguel Cervantes und sein treuer Diener Sancho Pansa von der Spani-
schen Inquisition eingekerkert, um auf ihr Verhör zu warten. Im sogenannten „Gemeinschaftsraum“ treffen die Beiden auf Wegelagerer, Diebe, Mörder, Prosti-
tuierte und sonstiges Gesindel. Der Anführer der Insassen, der Gouverneur, nimmt ihnen sofort ihre armselige Habe weg, darunter ein Manuskript. Cervan-
tes muss sich vor dem „Gericht“ seiner Mithäftlinge verantworten. Zur großen Verwunderung, vor allem des sogenannten „Herzogs“, bekennt sich Cervantes schuldig, ein Idealist zu sein, der das Leben nicht so sieht, wie es ist, sondern so, wie es sein sollte. Anstelle einer Verteidigungsrede und um sein Manuskript vor den Flammen zu retten, überredet Cervantes die Mitgefangenen, den Inhalt des Ritterromans gemeinsam aufzuführen. Er selbst schlüpft in die Rolle seines träumerischen Romanhelden Alonso Quijana, der beschlossen hat, ein fahrender Ritter zu werden, um als Don Quixote alles Böse zu bekämpfen. Mit unerschüt-
terlichem Idealismus und unter Verkennung jeglicher Realität wird in seinen Augen aus Elend etwas traumhaft Schönes. Das Gefängnis wird zur Straßenspe-
lunke. Don Quixote meint, in einem Bartbecken den sagenumwobenen „Gold-
helm des Mambrino“ zu erkennen, der seinen Träger unverwundbar macht. Auf ihrem Weg steigen der Ritter und sein Knappe Sancho in einer elenden Schenke ab, die in seiner Fantasie als Schloss erscheint. Da Don Quixote zu seinem Kum-
mer niemals richtig zum Ritter geschlagen worden ist, bittet er den Wirt, den „Kastellan“ seines „Schlosses“, von dessen Hand den Ritterschlag empfangen zu dürfen und nennt sich von nun an „Don Quixote de La Mancha“, „Ritter von der traurigen Gestalt“. Dort ist der Magd und Hure Aldonza jeder recht. Allein Don Quixote sieht in ihr die Dame seines Herzens – als Ritterfräulein Dulcinea macht er ihr den Hof. Seiner angebeteten Dulcinea sind die ritterlichen Tugenden je-
doch fremd. Für sie ist die Welt nur ein Misthaufen, wo alle als Maden herum-
kriechen. Als „Don Quixote de La Mancha“ verteidigt er ihre Ehre in einem er-
folgreichen Kampf und setzt sie dadurch dem Gespött aus – Dulcinea wird von den groben Maultiertreibern vergewaltigt.
Währenddessen versuchen seine Nichte Antonia und ihr Verlobter Dr. Carrasco immer wieder, Don Quixote von seinen sinnlosen Kämpfen gegen imaginäre Feinde abzuhalten. Da erscheint plötzlich der „Ritter der Spiegel“ und fordert Don Quixote zum Kampf auf. Er zwingt ihn, in den Spiegel der Wirklichkeit zu sehen, denn die spiegelnden Schilder seiner Gegner zeigen ihm stets nur sein eigenes „Ich“. Er muss erkennen, dass er nicht der Retter der Menschheit ist, sondern nur ein ärmlicher, alter Narr. Seiner hoffnungsvollen Träume beraubt, bricht Don Quixote zusammen. Nur Aldonza, die einzig von Don Quixote als Dame behandelt wurde, fleht ihn am Sterbebett an, den „unmöglichen Traum“ fortzusetzen und die Rüstung für seine Dulcinea wieder anzuziehen. Doch Don Quixote stirbt in ihren Armen. Das Spiel ist aus.
Ergriffen von der Geschichte reicht der Gouverneur dem Dichter Miguel Cervan-
tes sein Manuskript zurück.
Nun ist der Moment gekommen, der Hauptmann holt die Gefangenen ab. Erho-
benen Hauptes geht der Dichter Cervantes mit dem Mut des Ritters und sein treuer Diener Sancho zum Verhör durch die Inquisition ...

Miguel de Cervantes: „Es ist vielleicht Wahnsinn, sich Träumen hinzugeben und Schätze zu suchen, wo nur Schutt ist. Aber der allergrößte Wahnsinn ist, das Leben so zu sehen, wie es ist, und nicht so, wie es sein sollte.“

Fazit:
Die Premiere Freitagabend war ein voller Erfolg. Möglich machte das, die Leis-
tung des gesamten Teams der Kulturszene Kottingbrunn auf und hinter der
  Bühne. Die detaillierte Inszenierung trägt diesmal die Handschrift von Regisseur Anselm Lipgens, der im poetischen Musical Humor, Tiefgründigkeit und tolle Musik wunderbar vereinte. In den authentischen Kostümen von Katharina Kap-
pert
konnten sich die Schauspieler/innen besonders leicht in ihre Rollen ver-
setzten. Das Bühnenbild von Nora Stamminger verlieh dem Stück die notwen-
dige, bedrückende Atmosphäre eines Kerkers der spanischen Inquisition. Büh-
nenbau von Günter Kolbert und Lichtdesign von Bernhard Hitzenhammer rundeten die Produktion perfekt ab.
Vor 25 Jahren begann mit dem Musical „Der Mann von La Mancha“ die Tradition des Septembertheaters der Kulturszene im Wasserschloss Kottingbrunn. Einige Schauspieler von damals sind auch heuer wieder mit dabei. Wie nicht anders zu erwarten, überzeugte das 20-köpfige Ensemble der Kulturszene Kottingbrunn, wie immer bestehend aus Profi- und Amateurschauspieler/innen, am Premie-
renabend in jeder Hinsicht. Die Rollen waren optimal besetzt, die schauspieleri-
schen Leistungen solide und die Stimmen der singenden Schauspieler/innen passabel. Typisch für ein Ensemblestück befanden sich viele Darsteller, die meiste Zeit im Kerker bzw. auf der Bühne – schon vor Beginn unterhielt man sich leise, in der Pause wurde die Zeit mit Arm drücken überbrückt.
Dank seiner Wandlungsfähigkeit begeisterte Georg Kusztrich, der 1997 den Wirten / Gouverneur mimte, als Titelheld. Denn in der Rolle des Dichters Miguel Cervantes wird er zum fahrenden Ritter Alonso Quijano, der auf sein klappriges Reitpferd Rosinante steigt, um als Don Quixote, „Der Mann von La Mancha“, „Ritter von der traurigen Gestalt“, mit den Fähigkeiten eines wahren Ritters – Tugend, Tapferkeit und Freundlichkeit – gegen imaginäre Feinde kämpft und seiner angebeteten Dulcinea den Hof macht. Der quirlige Sam Madwar konnte als treuer Diener Sancho Pansa, der häufig in Sprichwörter spricht, sein komödi-
antisches Talent voll ausspielen, unter anderem bei seinen Solonummern „Ich mag ihn“ und „Ein bisschen tratschen“ sprudelte er vor Energie. Gemeinsam brachte das kongeniale Duo das Publikum zum Lachen. Ganz wunderbar ver-
körperte Franz Schiefer (damals Dr. Carrasco / Herzog) dieses Mal den Gastwirt / Gouverneur. In die Rolle der Wirtin Maria schlüpfte Astrid Krizanic-Fallmann. Neuzugang unter den Kulturszene-Amateurschauspielern Naturwissenschaftler und Model Wieland Lackinger meisterte seine Rolle des Dr. Sanson Carrasco (Herzog) und Spiegelritter mit Bravour. Der „Neue“ erlebte auf der Bühne viele erste Male, wie Singen und einen Bart tragen. Großartig agierte Selina Ströbele als laszive Aldonsa, die von Don Quixote den Namen Dulcinea erhält. Ebenfalls ein großes Lob geht an alle weiteren „Gefangenen“ für ihre Spielfreude: Franz Grünwald (Anselmo), Gabriele Lesnigg (Selma ), Stella Gros (Anna / maurische Tänzerin), Martin Hauer (Juan), Ingrid Spörker (Juanita), Yara Winter (Anita / maurische Tänzerin), Heinz Scharb (Tenorio), Johanna Kusztrich (Aria), Martin Hauer (Pedro), Enisa Meindl (Pedrita), Simon Stadler-Lamisch (Jose), Klaus Weissenböck (Paco / Der Barbier), Wolfgang Fingernagel (Der Padre), Sarah Jahn (Antonia) und Walburg Weissenböck, die damals wie heute die Haus-
hälterin spielt.
Hervorzuheben ist das Live-Orchester unter der musikalischen Leitung von Gregor Sommer, welches durch die gedrehte Bühne oberhalb der Schauspieler auf der Galerie spielte. Ohne direkten Blickkontakt mussten sich die singenden Schauspieler/innen und die Musiker/innen beidseitig auf die richtigen Einsätze verlassen – eine Herausforderung, die alle ausgezeichnet meisterten.
Das neu inszenierte Musical „Der Mann von La Mancha“ kam beim Premieren-
publikum so gut, dass dieses sich zum Schluss mit minutenlangen Standing Ovations und tosendem Applaus bedankte. Es war ein schöner Abend. Bravo!

UNISEX-Bewertung: 4 von 5 Punkte

Der Mann von La Mancha
02. (Premiere) – 04., 09. – 11., 16. – 18. & 23. – 25.09.22, Kulturszene Kottingbrunn, Kulturwerkstatt

Schloß 1, 2542 Kottingbrunn
Karten und Infos: Tel. 02252 / 74383, per E-Mail: office@kulturszene.at oder unter www.kulturszene.at

Tipp: Jubiläumsausstellung: Geboren aus einem Traum – Ausstellung zum Thema Theater im Wandel der Zeit!
Mit der ersten Theatereigenproduktion „Der Mann von La Mancha“ hat 1997 im „Stall“ alles begonnen. Seit 25 Jahren spielen Amateur- und Profischauspieler/in-
nen in der Kulturszene Kottingbrunn immer im September gemeinsam hochpro-
fessionelles Theater und Musiktheater.
Zum 25-Jahr-Jubiläum wurde am 1. September die dritte Ausstellung in diesem Jahr im Markowetztrakt eröffnet. Plakate und Szenenfotos auf den Wänden erin-
nern an 25 erfolgreiche Septemberproduktionen. Ein kurzer, filmischer Rück-
blick auf die Kulturszene Kottingbrunn zeigt die Entwicklung der Räume und der Bühnensituation. „Wir haben im „Stall“ begonnen und spielen jetzt in zwei wunderschönen Häusern! Ein Traum ist wahr geworden“, so Irene Künzel.
Die Ausstellung läuft noch bis 25. September 2022 und kann mittwochs bis sonntags von 8:00 bis 18:00 Uhr im Markowetztrakt besichtigt werden.
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