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AmaKult spielt: Es war die Lerche
EVENT-TOPTIPP: ES WAR DIE LERCHE – ein pointenreicher Ehewahnsinn!
Text: Andrea Beckert, Sujet: Clemens Künzel, Fotos: Gerhard Maly (4), Andrea Beckert (1)

Kottingbrunn / Wien, 02.02.2026. Im Originalstück von Shakespeare „Romeo und Julia“ stirbt bekanntlich das berühmteste Liebespaar der Literaturge-schichte. Doch was wäre, wenn die beiden Liebenden in jener Nacht in der Gruft der Capulets nicht gestorben wären, sondern stattdessen den ehelichten Alltags-wahnsinn erleben müssten? Ephraim Kishon hat sich intensiv mit dieser Frage auseinandergesetzt und liefert in seiner satirischen Komödie „Es war die Lerche“ eine humorvolle Antwort darauf.
Vom 30. Jänner bis 15. Februar 2026 bringt AmaKult, die Theatergruppe der Kulturszene Kottingbrunn, Ephraim Kishons humorvolle Komödie im Wasser-schloss Kottingbrunn zur Aufführung und sorgt damit für ausgelassene Heiterkeit beim Publikum. Prädikat: Amüsant!
Inhalt:
Ort und Zeit der Handlung: Die heruntergekommene Wohnung des Ehepaares Montague in Verona, das Jahr 1623.
Romeo und Julia haben sich – entgegen dem Willen ihres Schöpfers und mit Unterstützung von Ephraim Kishon – gegen den Freitod entschieden und sind nun seit 30 Jahre verheiratet – doch die Ehe steckt in einer Krise! Sie führen ein typisches Leben, wie es viele Menschen kennen: Tägliche Streitigkeiten prägen den Alltag, von der einstigen Romantik ist wenig geblieben und die Liebe ist weitgehend erloschen.
Romeo Montague ist ein langweiliger Ehemann und Ballettlehrer. Er kuschelt nur noch mit seiner Wärmflasche, der er den Namen „Carmen“ gegeben hat. Romeo hofft – rein hypothetisch natürlich – auf eine beträchtliche Erbschaft, falls seine wohlhabende Schwiegermutter auf mysteriöse Weise eine Treppe hinabstürzt und dabei tragisch verunglückt. Julia nörgelt den ganzen Tag und sehnt sich mehr nach einem Dienstmädchen, welches sich um den Geschirrberg kümmert und ihr das Frühstück ans Bett bringt, als nach ihrem Mann. Romeo verdient jedoch zu wenig, um ein Dienstmädchen einstellen zu können. Als Revanche kocht sie ihm ungenießbaren Kaffee.
Das streitsüchtige Ehepaar hat zudem eine pubertierende Tochter, Lucretia, die das Leben von Romeo und Julia erheblich erschwert. Aufgrund des Generations-konflikts empfindet Lucretia große Verachtung gegenüber ihren Eltern.
Für zusätzliche Turbulenzen sorgen die Besucher im Haus Montague. Romeo empfängt Julias ehemalige Amme, die schwerhörig ist und unter schmerzenden Händen leidet, jedoch leidenschaftlich in Romeo verliebt ist.
Während einer Hausaudienz schüttet Julia dem senilen Pater Lorenzo ihr Herz aus und äußert den Wunsch nach einer Scheidung von Romeo. Doch Pater Lo-renzo flirtet – Zölibat hin oder her – mit Julia.
Kein Wunder, dass Romeos und Julias wüstes Zetern bis in William Shakespeares Grab zu hören ist. Also erscheint der Dichter selbst, um Romeo und Julia zur Ordnung zu rufen – schließlich hat er die beiden Figuren erschaffen! Dabei ban-delt er mit Lucretia an – sehr zum Missfallen ihrer Eltern. Luci und Willie hinge-gen möchten in die weite Welt hinausziehen, um die wahre Bedeutung der Liebe zu erfahren.
Dann wird die Handlung zunehmend kompliziert – und unglaublich lustig – für das Publikum zumindest!
War es nun die Lerche, die für Romeo an der gegenwärtigen Misere schuld ist, oder doch die Nachtigall, wie Julia behauptet? Was macht das Leben wirklich lebenswert? Wie lautet die Antwort auf die Kardinalfrage: „Liebst Du mich ei-gentlich noch?“ Treibt William Shakespeare das wohl größte Liebespaar aller Zeiten erneut in den Selbstmord? Oder gibt es dieses Mal für Romeo und Julia ein Happy End?
Die aktuelle AmaKult-Produktion „Es war die Lerche“ in der Kulturszene Kotting-brunn beantwortet diese und weitere Fragen bis zum 15. Februar 2026.
  Fazit über die Vorstellung am 1. Februar 2026:
Ephraim Kishon (geboren als Ferenc Hoffmann am 23. August 1924 in Buda-pest, Ungarn; gestorben am 29. Januar 2005 in Meistersrüte, Appenzell Innerr-hoden, Schweiz) schrieb 1973 die Komödie „Es war die Lerche“. In diesem poin-tenreichen Stück beleuchtet er auf humorvolle und ironische Weise das Ehele-ben von Romeo und Julia, mehr als 30 Jahre nach ihrem vermeintlichen Tod.
Der Spaß war garantiert, wenn unter der gelungenen Regie von Franz Schiefer und Nicole Gerfertz-Schiefer die Satire über ein frustriertes Ehepaar und deren Streitigkeiten um Geld, Haushalt sowie Kindererziehung, auf die Bühne gebracht wird. Das authentisch heruntergekommene Bühnenbild, das von Franz Schiefer entworfen hat, wurde von Martin Postl präzise gebaut. Die Komposition und Ar-rangements der Lieder stammten von Sebastian Spörker. Bernhard Hitzenham-mer (Lichtdesign, Ton) und Paul Magno (Licht, Ton) ergänzten das engagierte Team hinter der Bühne ideal.
Alle Rollen wurden mit spielfreudigen Darsteller*innen ganz wunderbar besetzt. Großartig mimte Franz Schiefer den Ballettlehrer Romeo Montague, der lieber mit seiner Wärmflasche „Carmen“ kuschelt, als seiner Frau eine morgendliche Umarmung zu schenken. Ingrid Spörker brillierte als nörgelnde Hausfrau Julia Montague-Capulet, die um ewige Jugend ringt und sich sehnsüchtig ein Dienst-mädchen wüscht. Rebecca Varga schlüpfte in die Rolle von Romeos und Julias rebellischer Tochter Lucretia. Eine Wucht war Anita Hauer als Julias ehemalige Amme, die aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters inzwischen leicht schwerhö-rig ist und beharrlich Romeo nachstellt. Wolfgang Urbanek verkörperte glaub-würdig den alten, dementen Pater Lorenzo, der das Ehepaar einst getraut hat und nun intensiv mit Julia flirtet. Nicole Gerfertz-Schiefer überzeugte als William Shakespeare, die im Kostüm des 17. Jahrhunderts eine gute Figur machte. Musikalische Einlagen der Schauspieler*innen trugen zu einem unterhaltsamen und kurzweiligen Theatererlebnis bei.
Von der ersten Minute an waren Sonntagabend lautes Lauchen, wiederholter Zwischenapplaus und zum Abschluss langanhaltender Beifall im ausverkauften Markowetztrakt zu hören. Nach rund 2 ½ Stunden (inkl. Pause) verließ das gut amüsierte Publikum den Veranstaltungsort und machte sich zufrieden auf den Heimweg. Danke für einen weiteren tollen Abend!

UNISEX-Bewertung: 4,5 von 5 Punkte

Es war die Lerche
30. & 31.01., 01., 06. – 08. & 11. – 15.02.26, Kulturszene Kottingbrunn, Markowetztrakt

Schloß 1, 2542 Kottingbrunn
www.kulturszene.at
Hinweis: Aufgrund der hohen Nachfrage können sich Interessierte für die aus-verkauften Vorstellungen nur mehr auf die Warteliste setzen lassen.
Franz Schiefer  Wolfgang Urbanek und Ingrid Spörker
Anita Hauer und Franz Schiefer Ingrid Spörker, Nicole Gerfertz-Schiefer und Franz Schiefer
Anita Hauer, Rebecca Varga, Ingrid Spörker, Wolfgang Urbanek, Franz Schiefer und Nicole Gerfertz-Schiefer
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