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EVENTRÜCKBLICK: MUSICAL UNPLUGGED 13 – weniger ist mehr!
Text: Andrea Beckert, Fotos: Christoph Sieghart www.sieghart.at

„Musical Unplugged“ feiert bereits seit 2007 mit ihrem schlichtem, aber feinem Konzept zahlreiche Erfolge. Mit ihrem mittlerweile 13. Programm setzte die Formation ihren Erfolgslauf nahtlos fort. Aus aktueller Situation hieß es am 7. Oktober 2020 gleich zweimal an diesem Abend: „Gute Unterhaltung bei Musical Unplugged!“
Mittwoch Abend standen junge, talentierte KünstlerInnen, davon neun Frauen und sechs Männer, auf der Bühne der Kulturszene Kottingbrunn. Rund um Organisator Florian Schützenhofer überzeugten Julie Lorenzi, Elena-Katrin Pojer, Lili Beetz, Barbara Kier, Celine-Denise Unden, Viktoria Azer, Raphaela Ruzek, Anna Fabrizy, Walter Lochmann, Fiona Beetz, Moritz Krainz, Lorenz Pojer, Martin Pasching und Nicolas Vinzenz in verschiedenen Konstellationen. Ob Soli, Duette oder Chornummern – alle Musikstücke wurden einwandfrei und mit viel Engagement präsentiert. Es müssen nicht immer die Musical-Welt-Hits sein, auch mehr oder weniger bekannte Musicalsongs aus „Miss Saigon“, „Mozart!“, „Tanz der Vampire“, „Rebecca“, „Elisabeth“, „Wicked“, „Dracula“ und viele mehr erfreuten sich Mittwochabend großer Beliebtheit. Unter das 22 Lieder umfassende Programm mischten sich auch ein Austropop-Song sowie Kirchen- und Weihnachtslieder. Prädikat: Absolut hörenswert!
Andreas Steppan und Stephanie-Christin Schneider
Konzertbesetzung von links nach rechts: Julie Lorenzi, Elena-Katrin Pojer, Lili Beetz, Barbara Kier, Celine-Denise Unden, Viktoria Azer, Raphaela Ruzek, Anna Fabrizy, Walter Lochmann, Fiona Beetz, Moritz Krainz, Lorenz Pojer, Martin Pasching, Florian Schützenhofer, Nicolas Vinzenz
Free voices, one piano:
Mit einem musikalischen Wow-Effekt startete das erste von zwei Konzerten: „Im Dunkel unsrer Nacht“ begann mit einer Stimme, nach und nach setzen die übri-
gen Ensemblemitglieder ein, bis sich das immer wieder wiederholende Lied zu einem bombastischen, mehrstimmigen Sound entwickelte und meditative Atmo-
sphäre im Saal verbreitete. „Musical Unplugged“ ist schließlich bekannt dafür, dass auch Kirchenlieder unter das facettenreiche Programm gemischt werden. Ebenfalls stimmgewaltig wurde „Wo sind die Helden“ von Rock- und Musical-Komponist Jim Steinman dargeboten. Auf ein emotionales „Mein Gott warum“ aus „Miss Saigon“ folgte der Song „Defying Gravity“ aus „Wicked“. Auch zwei musikalische Überraschungen bot das Programm: so waren in der ersten Hälfte das Weihnachtslied „Leise rieselt der Schnee“ (und das am 7. Oktober) und in der zweiten Hälfte der Georg Danzer-Hit „Ane so wia di“ vertreten und zauberten so manchem Konzertbesucher ein Schmunzeln ins Gesicht. Gleich vier Songs aus dem Musical „Mozart“ schafften es ins kurzweilige Programm, „Der Prinz ist fort“, „Ich bin Musik“, „Jeder Abschied ist der Anfang einer Reise" und „Gold von den Sternen“ (Reprise) kamen beim Publikum gut an. „Farbenspiel des Winds“ aus „Pocahontas“, „Das Gebet“ aus „Tanz der Vampire“, „Zeit in einer Flasche“ aus „Rebecca“ und „Die Welt, die ich nie sah“ aus „Sister Act“ waren weitere Kost-
proben aus dem breit gefächerten Repertoire der talentierten Künstlerinnen und Künstler von „Musical Unplugged“. Mit „Last supper“ aus „Jesus Christ Superstar“ und dem Weihnachtslied „Mary, Did You Know" von Mark Lowry und Buddy Greene sorgte die Formation für englischsprachigen Hörgenuss. Den ganzen Abend bekam das wunderbare Ensemble tatkräftige Unterstützung von Pianist Walter Lochmann, der gegen Ende des Konzertes auch mit einem furiosen Klaviersolo begeisterte. Ein weiteres spirituelles Kirchenlied, „Ubi Caritas“, und „Eh du verloren bist“ aus dem Musical „Dracula“ sorgten für weitere Abwechs-
lung. Nicht fehlen durften Nummern aus dem Erfolgsmusical „Elisabeth“. Alle Duette – ein feinfühliges „Wie du“ von der jungen Elisabeth und ihrem Vater Herzog Max von Bayern sowie ein berührendes „Wenn ich dein Spiegel wär“ zwischen dem verzweifelten Kronprinz Rudolf und seiner zurückweisenden Mutter Kaiserin Elisabeth – gefiel dem anwesenden Publikum auch sehr gut.
Das Highlight des Abends war auch gleichzeitig das offizielle Ende des Pro-
gramms. In „Die Schatten werden länger“ lieferten sich Florian Schützenhofer
als Kronprinz Rudolf und Martin Pasching als Tod ein entfesseltes Duett. Dank ihrer beiden kraftvollen Stimmen waren sie ebenbürtige Gesangspartner und zogen das Publikum in ihrem Bann.
Danach forderten die restlos begeisterten Konzertbesucher die obligatorische Zugabe ein. Und weil der Opener so schön war, gab es „Im Dunkel unsrer Nacht“ als Zugaben nochmals zu hören.
Da es zwischen den Songs kaum genug Zeit für ausreichenden Applaus gab, war allen der große Jubel aus dem Publikum am Ende auf jeden Fall sicher.

Fazit:
Pur, schlicht und schnörkellos – so könnte man das 13. Programm von „Musical Unplugged“ kurz zusammenfassen, denn auf jede Form von Ablenkung, zum Beispiel große Bühnendekoration, schillernde Kostüme und Tanzeinlagen, ver-
zichtete die Truppe gut und gerne. Die Songs und ihre talentierten Interpreten standen an diesem Abend ganz im Mittelpunkt. Sehr konzentriert und darauf bedacht, jeden Ton richtig zu treffen, standen 14 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne, dabei ging bei dem einen oder anderen Lied ein bisschen Esprit verloren. Dennoch fiel es den Gästen leicht, die pure Musik zu genießen.
Mit seinen flinken Fingern auf dem Klavierflügel sorgte Walter Lochmann für ein musikalisches Fundament, auf dem die kontrollierten Stimmen der Sängerinnen und Sänger besonders gut zur Geltung kamen.
Genauso schlicht wie die Songs, war auch das sehr reduzierte Lichtdesign von Bernhard Singer und seinem Team. Mit wenigen Scheinwerfern setzte man wichtige Akzente und untermalte so die entspannte Stimmung.
Von der facettenreichen Songauswahl und dem hohen Niveau zeigte sich die Fans begeistert und bedankte sich zum Schluss mit frenetischem Applaus.

Das 75-minütige Konzert war für den Geschmack der anwesenden Personen viel zu schnell vorbei. Nun heißt es für die stetig steigende Fangemeinde geduldig warten, bis „Musical Unplugged“ den nächsten Konzerttermin bekannt gibt. Wie heißt es so treffend: Die Vorfreude ist bekanntlich eine schöne Freude.

Web-Tipps:
www.musical-unplugged.at, www.kulturszene.at
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