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EVENTRÜCKBLICK: DAVID GARRETT – ein doppelter Konzert-Hochgenuss für Aug und Ohr!
Text und Fotos: Andrea Beckert

David Garrett ist das Gegenteil vom verstaubten, trockenen Klassik-Klischee. Der deutsch-amerikanische Star-Geiger gehört zu jenen raren Künstlern, denen es gelingt, eine musikalische Sprache zu finden, mit der er gleich drei (!!) Generationen am gleichen Abend und gleichen Ort begeistern kann. Im Rahmen seiner Klassik-Tour gastierte David Garrett in Wien. zur Fotogalerie (10 Fotos)...

Vor seinem Auftritt im Wiener Konzerthaus gab er eine kleine feine Pressekonferenz. Auf die Frage an den in New York und Berlin lebenden umtriebigen Musiker, wie er sich auf das Konzert einstimme, antwortete er: „Ach, ich stimme zuerst die Geige und dann übe ich noch ein bisschen, ich versuche mich warm zu spielen. Und dann freue ich mich aufs Konzert.“ Am Ende der Pressekonferenz wurde er mit einer Platin-Auszeichnung für das Album „Garrett vs. Paganini“ überrascht. Und dann stand einem ge-
lungenen Konzertvergnügen nichts mehr im Weg.

Seine „Klassik Tournee 2014“ widmet David Garrett einem ganz besonderen Land, welches nicht nur die Opern- und Instrumentalwelt über Jahrhunderte geprägt und verzaubert hat, sondern auch Heimat der genialsten Geigenbauern (z.B. Stradivari), war und für „Dolce Vita“ bekannt ist: Italien.
In legerer Kleidung zelebrierte David Garrett ver-
gangenen Montagabend Lebensfreude und Virtuosi-
tät im Wiener Konzerthaus. Er präsentierte die Werke der alten Meister locker und lässig. Selbst Klassik-Skeptiker wurden während des exquisiten Konzerts in den Bann der mannigfaltigen Musik gezogen und konnten die Werke zwanglos auf sich wirken lassen. An der Seite des famosen „Verbier Festival Chamber Orchestra“ brachte David Garrett Werke aus der Fe-
der von Vivaldi, Paganini, Mozart und vielen mehr zum Klingen und wurde dafür vom restlos begeister-
ten Publikum gefeiert. Eine gelungene Mischung aus seiner makellosen Technik, einfühlsame Arrange-
ments, Leichtigkeit, Sympathie und gutem Aussehen sorgten für Glücksmomente bei allen Zuhörern.
Im Vorjahr verkörperte der begnadete Star sein Idol im Film „Der Teufelsgeiger“. Sein Ausflug ins Kino als Paganini-Darsteller blieb ihm nach eigenen Angaben durch die schmerzhaften Kutschenfahrten ohne Komfort in Erinnerung. Stücke aus dem Film durften im kurzweiligen Programm natürlich nicht fehlen.

David Garrett P.S.: Zum Schluss der Pressekonferenz erhielt David Garrett noch Lese-
material, unter anderem die wienerische Version von „Ode an die Freude“. und versprach den Text zu lesen. Ob der charis-
matische Musiker seine Fans beim nächsten Kon-
zert in Wien am 1. No-
vember mit einer kleinen Lesekostprobe über-
rascht, steht noch in den Sternen bzw. weiß nur der „Meister“ persönlich.
Wir wünschen jedenfalls ganz viel Spaß beim Lesen. ;-)
David Garrett
David Garrett David Garrett David Garrett
Den Auftakt zum umjubelten Konzertabend machte das junge, wunderbare Orchester „Verbier Festival Chamber Orchestra“ mit der Ouvertüre zur Oper „Die Hochzeit des Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Erst danach betrat David Garrett die Bühne und zeigte eindrucksvoll mit Giuseppe Tartinis „Teufelstriller-Sonate“ seine facettenreiche musika-
lische Vielfalt. Der Legende nach soll der Teufel persönlich Giuseppe Tartini die Sonate im Traum vorgespielt haben. Nach Garretts eigenen Angaben sei auch für ihn, „dem Teufelsgeiger des 21. Jahr-
hunderts“, dieses Stück teuflisch schwer zu spie-
len. Rund fünfzehn Minuten später gipfelte das Stück in frenetischem Applaus. Als nächstes folgte ein Werk seines Idols Niccolò Paganini, dem Teufels-
geiger, dessen Musik man immer mit Virtuosität ver-
bindet und ein wunderbares Gespür für die Melodie hatte. Nach dem zweiten Satz des vierten Paganini-Konzerts wurden die Ohren mit einer Orchester-
fassung von „Der Erlkönig“, welches David Garrett gemeinsam mit Franck van der Heijden arrangierte, verwöhnt. Italien hat auch Wolfgang Amadeus Mozart schon sehr zeitig beeinflusst, daher durfte auch Mozarts „Türkischen Marsch“ nicht fehlen.
Wenn David Garrett zwischendurch Anekdoten aus seinem Leben erzählt, hört man ihm genauso gerne zu, als wenn er auf seiner Geige spielt, denn sein trockener Humor ist ebenfalls einmalig, wie zum Bei-
spiel: Anfang des heurigen Jahres am New Yorker Flughafen meinte ein älterer Herr bei der Sicher-
heitskontrolle: „Nach Ihrer Ausbildung bei Perlman steht Ihrer Karriere nichts mehr im Wege.“ – „Ich hoffe, Sie haben Recht.“ Ein Lieblingsstück von Perl-
man, eine Corelli-Variation, bereitete den Musikern und dem Publikum großes Vergnügen. Für ein Werk von Felix Mendelssohn-Bartholdy überlies David Garrett ein weiteres Mal die Bühne dem Orchester. Vor der Pause spielten alle gemeinsam Paganinis Caprice Nr. 24, und die begeisterten Musik-Kenner ließen sich zu Jubelstürmen hinreißen.
Mit Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ zog zu Beginn der zweiten Konzerthälfte der Frühling ins Wiener Kon-
zerthaus ein. Dirigent Christoph Koncz wechselte vom Dirigentenpult auf den Platz des ersten Geigers und durfte vor jedem Satz das dazugehörige Ge-
dicht Vivaldis rezitieren. Einzig eine Störung aus dem Publikum gleich am Anfang nach „Allegro“ un-
terbrach den Fluss. Garrett lies sich das Handy einer Dame aus der ersten Reihe geben, um zu zeigen, dass permanent scheinendes grelles Licht wirklich störend ist. Man kann nur hoffen, dass beim Star-
geiger durch frenetischen Beifall für seine meister-
liche Leistung auch seine gute Laune wieder zu-
rückkehrte. Nach der kurzen Unterbrechung setz-
ten David Garrett und das Orchester den Vivaldi-Zyklus hoch konzentriert fort. Nach Sommer, Herbst und Winter endete der offizielle Teil mit minuten-
langem tosendem Applaus. Wohl wissend wie die Antwort ausfallen würde fragte David Garrett: „So viele Noten. Sollen wir noch mal spielen?“ – „JA, bit-
te!!“ David Garrett verwöhnte mit einem Stück von Johann Sebastian Bach sein Publikum. Das Ende kam viel zu schnell, schließlich wollten noch die anwe-
senden Fans ihren Star mit Standing Ovation feiern, doch dazu kam es leider nicht mehr. Der Geigen-
virtuose verließ unter tosendem Applaus die Bühne, die Musiker fielen sich um den Hals und die Lichter im Saal gingen an. Auch für die überglücklichen Fans hieß es nach diesem eindrucksvollen Konzer-
abend Abschied nehmen – bis zum nächsten Mal.
Vorschau – nächste Konzert-Highlights:
David Garrett hat sich für dieses Jahr noch einiges vorgenommen. Auf die Klassik-Tour folgt im Herbst eine Crossover-Tournee, die ihm am 31. Oktober nach Innsbruck und am 1. November nach Wien füh-
ren wird. Der Ausnahmekünstler wollte noch nicht viel über das komplett neue Programm inkl. sensa-
tioneller Bühnenshow verraten. „Die Vorbereitungen sind relativ weit fortgeschritten. Es wird die größte Show werden, die wir je hatten. Der Veranstalter muss wieder tief in die Tasche greifen.“, versprach Garrett mit breitem Grinsen. Wenn der Starviolinist über ein Programm der Superlative spricht, dann hält er auch sein Versprechen. Fans, die einen unver-
gessliche Abende verbringen wollen, sollten sich rasch Karten sichern, bevor es heißt: Ausverkauft!

CD-Tipp: David Garrett – Garrett vs. Paganini
VÖ: 25.10.13, Label: Universal Music
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