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Rebekka Bakken Rebekka Bakken mit Band Rebekka Bakken
EVENT-RÜCKBLICK: REBEKKA BAKKEN – ein wohltuendes Klangerlebnis für Gehör, Geist & Seele!
Text und Fotos: Andrea Beckert

Im Rahmen ihrer Tournee „Things You Leave Behind“, passend zum gleichnamigen Album, gastierte Freitagabend (05.04.19) die wunderbare Rebekka Bakken mit Band im Wiener MuseumsQuartier. Für ihr Wien-Konzert stellte die sympathische Norwegerin insgesamt 17 ihrer besten und persönlichen Lieblingssongs zusammen. Neben den neuen Songs ergänzte sie die abwechslungsreiche Setliste mit älteren und beim Publikum besonders beliebten Hits. Beim „Heimspiel“ der Singer/Songwriterin, die einige Zeit auch in Wien lebte, offenbarten sich einmal mehr all die Facetten von Rebekka Bakken. Prädikat: ein Best-of-Konzert! Ein paar Konzertimpressionen (16 Fotos) ...
Eirik Tovsrud Knutsen Rebekka Bakken und Even Ormestad Ola Gustafsson
Eine entspannte und lockere Atmosphäre lang Freitagabend in der Halle E im Wiener MuseumsQuartier in der Luft. Zahlreiche Fans warteten voller Vorfreude darauf, Rebekka Bakken mit tosendem Applaus herzlich willkommen zu heißen. Kurz nach 20:00 Uhr war es dann endlich so weit, die Norwegerin im eleganten Hosenanzug und ihre Band betraten die Bühne und starteten mit einem starken jazzigen Opener „Closer“ aus dem aktuellem Album „Things You Leave Behind“ in den Konzertabend. Danach bedankte sich Rebekka Bakken für den herzlichen Empfang und stellte ihrer Band das Wiener Publikum mit den Worten vor: „This is Vienna!“ Danach ging es mit rockendem Blues vom Feinsten weiter, „Black Shades“. Als Überleitung zum nächsten Song wunderte sich die Skandinavierin über die Trinkgewohnheiten, denn alle trinken grünen Tee – sogar die coolen Männer! Nach eigenen Angaben bestellen coole Frauen Bier oder Wein, zum Beispiel einen Lady-Pfiff (Bier, 1 Pfiff = 0,177 Liter). Auf die heitere Überleitung folgte „Things You Leave Behind“. Laut Bakken inspirierte ein düsterer norwegischer Film aus den späten 80er Jahren sie zum Song „Hotel St. Pauli“ und begann auch gleich zu singen. Mit „September“ aus dem gleichnamigen Album aus dem Jahr 2011 gab die Künstlerin auf der Bühne den ersten älteren Song zum Besten. Rau und kratzig interpretierte Rebekka Bakken den lyrisch-melodischen Tom Waits Songs „Little drop of poison“, dabei kamen ihr Schauspieltalent und ihre Bühnenpräsenz perfekt zur Geltung. Als Nächstes erzählte Rebekka Bakken aus ihrer Kindheit, in der sie nicht tanzen durfte, dafür viel Kirchenmusik und Folksongs hörte. Passend dazu kehrte sie zu ihren norwegischen Wurzeln zurück und ließ mit „Korset vil jeg aldri svike Soro“ das Publikum in eine wunderbar mystisch klingende Musikwelt eintauchen. Die berührende Ballade „True North“ widmete sie ihrem verstorbenen Vater, mit dem sie viele Gespräche führte. Humor bewies die „Dame aus dem hohen Norden“ mit einer Anekdote über eine sehr betrunkene Frau in einer Bar, jene Geschichte, die sie im wunderbar dramatischen „Shelter“ verarbeitet hatte, und danach begann Rebekka lachend zu singen. Nahtlos folgte „Yankee Days“. In ihren Texten verarbeitete sie immer wieder das wichtigste Thema im Leben: die Liebe – in all ihren Facetten – von frisch verliebt bis zur Trennung. „Falling in love is my favourite activity.“, erklärt sie augenzwinkernd. Ihre Beziehungen – von denen sie nach eigenen Angaben schon einige hatte – waren für sie immer wieder Inspirationsquellen. Wenn Rebekka Bakken frisch verliebt ist, dann schreibt sie darüber ein Lied; wenn sie eine Beziehung beendet, schreibt sie auch ein Lied; doch wenn Rebekka Bekken von einem Mann verlassen wird, dann schreibt sie darüber zehn Lieder. Das Resultat dieser „Win-Win-Situation“ sind dann ihre grandiosen Songs, wie zum Beispiel die melancholische Ballade „Sound of Us“. Nach „Daylight Is Short In Fall“ (Album „The Art Of How To Fall“, 2003) präsentierte sich Rebekka Bakken als starke und selbstbewusste Frau, die gerne und viel über ihre wunderschönen Haare sprach, lachte und im rockigen „Powder Room Collapse“ (Album „Morning Hours“, 2009) sang. Als offizielles Ende lud die Ballade „Love is Everthing“ (Album „September“) zum Träumen ein.
Noch während dem frenetischen Applaus verschwanden die Künstler von der Bühne. Lautstark wurden vom restlos begeisterten Publikum Zugaben einge-
fordert und von der Sängerin und ihrer Band prompt erfüllt.
  Den Anfang machte eine feinfühlige Version von Cindy Lauper's Hit „Time After Time“ nur mit Bakkens sensationeller Stimme und Piano – himmlisch! Weil ihr die roten High-Heels schon ziemlich schmerzten, entschied Rebekka Bakken kurzerhand barfuß weiter zu singen. Sichtlich erleichtert erkundigte sich Rebekka Bakken nach Songwünsche des Publikums – die Antwort kam fast einstimmig: „Schnee“. Das Kleinod „Der Schnee draußen schmilzt“ aus der Feder des österreichischen Liedermachers Ludwig Hirsch sang sie mit charmantem Akzent in Originalsprache und einen Teil auf Norwegisch. Mit standing ovations und tosendem Applaus bedankten sich die Fans. Und weil die Sängerin an diesem Abend in Spiellaune war, meinte sie: „Ein Song geht noch!“ Der krönende Abschluss des Abends war dann noch „Ghost In This House“ („Morning Hours“). Ein abwechslungsreiches und umjubeltes Konzert ging damit zu Ende und war gleichzeitig ein perfekter Start ins Wochenende. Superb!

Fazit:
Rebekka Bakken ist ein Garant für herausragende Musik – und dies bewies sie gemeinsam mit ihrer virtuosen Band einmal mehr in Wien. Am 5. April gab es vieles aus ihrem umfangreichen Repertoire zu hören – spielerisch bewegte sie sich zwischen Jazz, Pop, Blues und norwegischem Folk. Die Songs veredelte sie vor allem durch ihre Drei-Oktaven-Stimme – mal rau und melancholisch, im nächsten Moment kraftvoll und doch immer sinnlich. Ihre Texte und Melodien sprühten förmlich vor einer Intensität, der sich die anwesenden Fans nicht entziehen konnte. Köpfe und Füße nickten folglich im Takt zur Musik.
Übrigens, vier exzellente Musiker standen dem norwegischen Ausnahmetalent unterstützend zur Seite. Rune Arnesen an den Drums, Even Ormestad am Bass, Ola Gustafsson an der Gitarre und Eirik Tovsrud Knutsen am Keyboard bewiesen Feingefühl und rollten einen „musikalischen roten Teppich“ für Rebekka Bakkens Drei-Oktaven-Stimme aus. Dem Publikum gefiel es und so wurden Soli mit extra Applaus gewürdigt. Zur großen Freude der vielen Fans begeisterte Rebekka Bakken zwischendurch mit ihrem Klavierspiel am Bösendorfer-Flügel.
Ob ihre gute Laune am Glas Rotwein lag, an welchem sie immer wieder nippte, ist nicht bekannt. Jedenfalls erzählte sie zwischendurch auf Deutsch und Englisch einige lustige Anekdoten aus ihrem Leben, wichtige Themen waren unter anderem Make up und ihre hüftlangen Haare, die bei den schmunzelnden Fans großen Anklang fanden. Nachdem die Norwegerin viele Jahre lang in New York, Wien und Schweden lebte und zahlreiche Hits schrieb, kehrte sie wieder in ihre Heimat zurück – wodurch sich für sie viel geändert hat. Und genau das spiegelte sich in ihren aktuellen Songs wider. Rebekka Bakken: „Je älter man wird, desto weniger wichtig nimmt man sich selbst. Ich bin ich selbst und ich genieße es, mir viele weitere Lebensarten und -weisen vorzustellen.“ Bleibt nur zu hoffen, dass uns die charismatische Singer/Songwriterin auch weiterhin an ihrem Leben teilhaben lässt.

Aktuelle CD: „Things You Leave Behind“
VÖ: 28.09.18
Label: Okeh / Sony Music
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