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    RÜCKBLICK: REBEKKA BAKKEN –
sinnlicher Hörgenuss

Text: Andrea Beckert, Fotos: Tina Axelsson,
CD-Cover: Universal Music


Die Norwegerin Rebekka Bakken, die in Schwe-
den und New York lebt und Wien „ihr Zuhause“ nennt, präsentierte am 5. Dezember ihr aktuel-
les und fünftes Soloalbum „September“ live im ausverkauften Wiener Konzerthaus. Hier lies sie auch ihre umjubelte Tour ausklingen und schenkte den begeisterten Fans einen unver-
gesslichen Abend. Mit viel Charme, Natürlich-
keit, ihrer tief unter die Haut dringenden Drei-Oktaven-Stimme und emotionalen Songs ver-
zauberte die charismatisch-sinnliche Singer-Songwriterin ihr Publikum. Einfach nur zuhören und genießen war das Motto des Abends.
REBEKKA BAKKEN – September
Um 19:35 setzte erstmals tosender Applaus im Kon-
zerthaus ein als zuerst vier Musiker die Bühne be-
traten und wenige Takte später der Star des Abends folgte. Rebekka Bakken wurde mit einem „roten Tep-
pich“ aus Applaus herzlich empfangen. Die Ausnah-
mekünstlerin wählte mit „ Same Kind” einen wunder-
bar gefühlvollen und genauso ausdrucksstarken Song als Konzerteinstieg. Nahtlos ging es mit dem Mid-Tempo-Ohrwurm „Never Been To Paris“ weiter. Dass nach jedem Song enthusiastisch applaudiert wurde, verstand sich an diesem Abend von selbst und nicht nur ihre Fans waren froh, dass die charis-
matische Künstlerin wieder einmal in Wien gastierte. Einige Jahre lang lebte die skandinavische Musikerin in Wien und offensichtlich erinnert sie sich gerne an diese Zeit. „Ich bin so froh zu Hause zu sein.“, sagte sie mit einem Seufzer in der Stimme auf Deutsch und betonte, dass es ihr sehr viel beutete in Wien, in ihrer „alten Heimat“, zu spielen. Nicht nur ihre her-
ausragende Stimme, sondern auch ihr herzlicher Humor zeichnet diese Künstlerin aus, und bei jeder Gelegenheit witzelte sie mit dem Publikum. Über ihre anwesende Mutter freute sich Rebekka ebenso wie über Besucher aus Norwegen und Schweden – und Wien. ;-)
Auch Rebekka Bakken war an diesem Abend, nach eigenen Angaben, nervös, weil eigentlich spielt sie nie während eines Konzerts Klavier, aber für ihre Wiener Fans machte sie gerne eine Ausnahme. Mit dem Titelsong des gleichnamigen CD „September“ spiele sie sich noch tiefer in die Fanherzen und die Gänsehaut kam ganz von selbst. Gefesselt von Emotionen setzte immer erst nach dem letzten Ton tosender Applaus ein.

Ein weiteres Zeichen für ihre Größe ist ihre beson-
ders sympathische Art, weil sie sich nie zu ernst nimmt. Sie lachte über sich und auch ein Star wie Rebekka Bakken hat ganz profane Probleme, wie alle anderen Damen auch, wenn es beispielsweise um die Auswahl des Outfits geht. Mit einem Augenzwin-
kern gestand sie, dass sie lange nicht wusste was sie an diesem Abend tragen sollte, sollte sie sich der eleganten Location und den schönen, feinen Leuten anpassen? Schlussendlich hat sie sich für den Spaß entschieden – Jeans. ;-)
Wenn dann auch das Haar-Styling nicht sitzt und das Make up seinen Zweck nicht erfüllen will, dann wür-
de sie am liebsten im Badezimmer verweilen, das ist ein klassischer Fall für „Powder Room Collapse“.
Zwei Songs, die sie in ihrem Leben stark beeinflusst haben, durften an diesem Abend nicht fehlen. Dass war einerseits die Cover-Version „Forever Young“, den sie glaubhaft und authentisch zu ihrem eigenen Song machte, schließlich will sie nicht für immer jung und dumm bleiben, sondern liebt es mit dem Alter auch Erfahrungen zu sammeln. Nahtlos ging es mit einem Song in ihrer Muttersprache weiter. Auch wenn man kein Wort verstand, es genügte die Au-
gen zu schließen und dabei Rebekkas Stimme zu lauschen um glücklich zu werden. Ja, auch das war ganz nach dem Geschmack der Gäste, jedenfalls gab es wie immer viel Applaus.
„Innocent Thief“ war ihrer an diesem Abend anwe-
senden Mutter gewidmet. Während „Hard To Be A Lo-
ser“ stellte sie ihre schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis. Nach wunderbaren Balladen erzählte sie mit dem lebenslustigen Pop-Song „Girl Next
  Door“ die nächste Geschichte aus ihrem Leben. Eine Schwedin ist ihr Idol, wenn es um Partys geht, weil die Schwedin weiß wann man eine Party verläs-
st, und das hat Rebekka bis heute nicht gelernt. ;-)
Eines unter den vielen Highlights war das wunder-
bar soulige „ Driving“. Während sich die Musiker ge-
genseitig bei ihrem Solo zu überbieten versuchten, ohne dabei das musikalische Feingefühl zu verlas-
sen, gab es Szenenapplaus der restlos begeisterten Besucher, wirklich grandios!! Da musste sich auch eine Rebekka Bakken ins Zeug legen und duellierte sich mit ihrem Gitarristen. Spätestens jetzt kochte der Saal und der enthusiastische Applaus berührte jeden auf der Bühne. Mit einem Mix aus Pop-, Blues- und Folk- Songs aus ihren früheren Alben wie „Mor-
ning Hours“ und „Is That You?“ rundete Rebekka Bak-
ken ihre Setliste perfekt und abwechslungsreich ab.

Für Rebekka Bakken und ihre Musikerkollegen als auch für die restlos begeisterten Fans neigte sich dieses Konzert-Highlight langsam dem Ende zu. Unter anhaltendem enthusiastischen Applaus und Standing Ovation verließen alle Künstler die Bühne um kurz darauf wieder auf selbiger für die Zugabe zu erscheinen. Rebekka Bakken auf Deutsch: „Ich habe heue Abend nicht viel Deutsch gesprochen, weiß nicht warum, weil mein Deutsch ist nicht so schlecht.“, und hatte die Lacher auf ihrer Seite. Und so plauderte sie munter über die vielen hübschen Männer in Österreich weiter, sie muss es wissen, schließlich war sie mit Wolfgang Muthspiel für einige Zeit ein Paar. Die Künstlerin kennt aber auch die traurigen Seiten und so spendet sie mit ihren Songs viel Trost und gibt Hoffnung. So auch an diesem Abend als sie alle Anwesenden mit einem Text auf Wienerisch überraschte: „Bist traurig, a bisserl trau-
rig, Du das macht nichts, setzt Di einfach hin und horch ma zu….“ Und in der Tat, wenn man ihr zuhört schmelzen Probleme – so wie der Schnee vor dem Fenster – tatsächlich dahin. Gefühlvolles und Gänse-
haut gab es dann noch zum Abschluss, bevor die Lichter im großen Konzerthaussaal angingen, erste Besucher diesen verließen. Doch zu früh, weil minu-
tenlang tosender Applaus sich auszahlt kehrte der Gast aus dem hohen Norden für einen allerletzten Song, bei dem das Publikum auch mitsingen durfte, nochmals auf die Bühne zurück. Danach sagten ihre Fans zum letzten Mal mit enthusiastischem Applaus „Herzlichen Dank für dieses zweistündige Konzert-Highlight zum Jahresabschluss!“ und verließen mit strahlenden Augen und den letzten Melodien im Ohr gespeichert das Konzerthaus.

Fazit: Rebekka Bakken merkte man den Spaß auf der Bühne an. Ihre facettenreiche Stimme war einmal mehr reiner Hörgenuss und jeder Song ist Balsam für Ohren und Seele. Sie präsentierte ihre unglaublich intensiven und einfach wunderbar zeitlosen Lieder über Liebe, Leben, Leid, Verlust und neuem Mut mit einer sagenhaften Leichtigkeit. An diesem abwechs-
lungsreichen Abend pendelte sie spielerisch zwi-
schen Jazz, Blues, Pop, Soul, Country und Folk. Die Ausnahmekünstlerin gab intime Balladen, groovige Up-Tempo-Songs sowie melancholisch angehauchte Nummer zum Besten und begeisterte mit sensatio-
neller Bühnenpräsenz und Ausdruckskraft. Auch die vier kongenialen Musiker an Rebekka Bakkens Seite faszinierten mit ihrem virtuosen Repertoire.
Rebekka Bakken
Rebekka Bakken
Tipp: Im Februar und im April 2012 stehen weitere Auftritte in Österreich sowie in Deutschland und der Schweiz auf dem Tourneeplan der Norwegerin. Auch wenn man Album und Live-Auftritt nicht miteinander vergleichen kann, ist ihr aktuelles Album„September“ für Konzertbesucher sicherlich ein nettes Erinnerungs-
stück, für Fans, die leider nicht dabei waren ein kleiner Trost und all jene, die sich bis zum nächsten Auftritt die Zeit verkürzen wollen, können dies ab sofort mit ihrem Neulingswerk tun. – Übrigens, ihre aktuelle CD und / oder Konzerttickets sind natürlich ein ideales Weihnachtsgeschenk für wirklich jeden Musikliebhaber!

Konzerttermine 2012:
01.02.12 Linz, Posthof Linz / 05.02.2012 Laakirchen-Steyrermühl, Alte Fabrik / 07.02.12 Graz, Orpheum / 08.02.12 Salzburg, Republic

Aktuelles Album: September (VÖ: 16.09.11, Label: Emarcy Records / Universal Music)

Weitere Informationen und Termine auf www.rebekkabakken.com
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