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STOMP
EVENT-TOPTIPP: STOMP – hier ist alles Musik!
Text: Andrea Beckert, Fotos: Steve McNicholas

Wien, 04.02.2026. STOMP, das auf den Straßen Großbritanniens entstand, hat längst Kultstatus erreicht. Bis zu 100 rhythmisch hochbegabte Klangkünst-ler sind weltweit unterwegs. Acht von ihnen treten vom 3. bis zum 8. Februar 2026 in der Halle E des Wiener MuseumsQuartiers auf.
Am umjubelten Premierenabend staunten Augen und Ohren nicht schlecht, stampften Füße im Takt, Hände glühten vom Klatschen und die Lachmuskeln wurden intensiv beansprucht. STOMP gastiert noch bis 8. Februar 2026 in Wien. Tipp für Kurzentschlossene: Es gibt noch Restkarten! Prädikat: Wertvoll!
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Über die Wien-Premiere:
Nach und nach betraten die Rythmusvirtuosen, ausgestattet mit ihren Besen, die Bühne. Schnell entwickelte sich eine energiegeladene Einstiegsnummer, deren Elan den gesamten Abend über anhielt. Die Besucher*innen ließen sich vom elektrisierenden Rhythmus anstecken.
Der smarte Anführer der Gruppe hatte seine athletischen STOMPer stets unter Kontrolle. Immer wieder kommunizierte er nonverbal mit dem gern mitgehen-den Publikum. Die engagierten Fans probierte verschiedene Händeklatschtech-niken unter fachkundiger Anleitung selbst aus. Mit etwas Übung erwiesen sich die einfachen Rhythmen als gar nicht so schwer. Dank seines komödiantischen Talents avancierte der Außenseiter der Gruppe rasch zum Publikumsliebling. Die weiteren sechs ganz unterschiedlich ausgeprägten Charaktere, darunter zwei Damen, spielten ihre Rollen überwiegend neutral und konzentrierten sich auf ihre tänzerischen Parts.
Altbekannte Klassiker und eine neue Nummer im Programm sorgten für einen kurzweiligen Abend. Bei der „Feuerzeug-Sinfonie“ wurde es romantisch, als die Lichter einzeln oder mehrere gleichzeitig bzw. nacheinander an- bzw. ausgin-gen. Einkaufswägen wurden im Stil des Modern Dance über die Bühne bewegt. Ein weiteres Highlight war die „Donuts-Nummer“, bei der jeder der vier „Musi-ker“ einen großen Traktorreifenschlauch umgeschnallt bekam. Mit voller Power und Witz bewiesen raubeinige Kerle wie sexy Hausarbeit, z.B. Geschirr abwa-schen mit Gummihandschuhen, sein kann. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Männer dies auch für zu Hause als Vorbild nehmen! ;-)
Übrigens diente die Bühnenwand, die mit Gegenständen von Müllhalden und Schrottplätzen (z.B. Radkappen, Felgen, Druckausgleichskessel einer Zentral-heizung, verbeulte Straßenschilder u.v.m.) gestaltet war, nicht nur als Kulisse. In ihr waren auch Musikinstrumente verborgen, die für eine spektakuläre Rock-nummer zum Einsatz kamen.
In Solo- und Zweikämpfen bis hin zu achtköpfigen Performances klatschten, schnippten, klopften, wischten, rutschten, stampften und trommelten indivi-duelle Persönlichkeiten. Mit Humor, Präzision und jeder Menge Taktgefühl ent-lockte das Oktett in legerer Kleidung ihren „Musikinstrumenten“, wie zum Bei-spiel Streichholzschachteln, Sand, Holzstangen, Kunststoffrohre, Zeitungspa-pier, ausrangierte Waschbecken, Plastik- und Papiersackerln, Metall-Mülleimer und noch vieles mehr, unerwartete Klänge. „Wir verwenden nur Dinge, die jeder täglich nutzt. Man muss nur ihr Potenzial erken-nen.“, verraten Luke Cresswell und Steve McNicholas ihr Erfolgsgeheimnis.
Während des großen Finales wurde es noch einmal laut und wild, als die Gruppe
auf riesigen Fässern, Eimern und Mülltonnen trommelte und mit den Müllton-nendeckeln „kämpfte“.
Die „stompenden“ Klangwerker und ihre Fans hatten den ganzen Abend über gleichermaßen viel Spaß. Nach der ca. 100-minütigen Rhythmusshow (ohne Pause) bedankte sich das restlos begeisterte Premierenpublikum mit tosendem Applaus und Standing Ovation bei den herausragenden STOMPern für einen be-eindruckenden Abend.

Fazit über die Wien-Premiere:
STOMP ist der Inbegriff für Rhythmus pur. Seit der Premiere beim Edinburgh Festival 1991 haben die kreativen Köpfe hinter der Show, Luke Cresswell und Steve McNicholas, einen eigenen Klangkosmos entwickelt. Am 3. Februar 2026 konnte sich das Wiener Premierenpublikum davon überzeugen, dass für ein musikalisches Feuerwerk kein klassisches Orchester erforderlich ist.
Am Dienstagabend brachten die unglaublichen Klangperformer die Halle E im Wiener MuseumsQuartier zum Beben. Das spielfreudige Ensemble kommuni-zierte nicht durch Sprache, sondern rein durch Rhythmus, Mimik, Gestik und dem Einsatz ihrer Requisiten. Neben Akrobatik- und Slapsticknummern traten auch männliche und weibliche Charaktere in humorvoll inszenierten, rhythmi-schen Kampfszenen gegeneinander an.
Dass zahlreiche Haushaltsgeräte, unscheinbare Alltagsgegenstände und ver-meintlicher „Müll“ wesentlich vielseitiger einsetzbar sind, als man vielleicht ver-muten würde, bewiesen die furiosen STOMPer eindrucksvoll.
Verschiedene Klatschtechniken wurden mit Schnipp- und Steppelementen kom-biniert. Hinter den locker und spontan wirkenden Szenen verbargen jedoch per-fekt ausgeklügelte und technisch anspruchsvolle Choreografien, die mit beein-druckender Körperbeherrschung präsentiert wurden.
Kurz gesagt: Das Wiener Publikum zeigte sich nach der Premiere erneut begeis-tert von der mitreißenden Kombination aus Kreativität, komplexen Rhythmen und Tanz. Möglicherweise gehen die STOMP-Fans nun mit offeneren Augen und aufmerksameren Ohren durch die Welt.

UNISEX-Bewertung: 4,5 von 5 Punkte

STOMP – Tournee 2026
03. – 08.02.2026, Museumsquartier Wien, Halle E

Museumsplatz 1, 1070 Wien
www.stomponline.com
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