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EVENT-TOPTIPP: SZENEN EINER EHE – jetzt mal andersrum! – eine Achterbahnfahrt der Gefühle!
Text und Fotos: Andrea Beckert
Wien, 18.04.2026. Am 17. April 2026 feierte „Szenen einer Ehe – jetzt mal andersrum!“ im Theater Akzent Premiere. In Ingmar Bergmans Klassiker überzeugten die beiden ebenbürtigen Publikumslieblinge Julia Cencig und Simon Hatzl. Unter der Regie von Hans-Peter Kellner erlebten sie gemeinsam eine Achterbahnfahrt der Gefühle auf der Bühne. Das Premieren-Publikum zeigte sich durchwegs begeistert.
Neugierige Theaterbesucher*innen haben im April und Mai noch drei Gelegenheiten, das Stück im Theater Akzent zu sehen – und mit etwas Glück Karten dafür zu gewinnen. Prädikat: Sehenswert! Zur Fotogalerie (12 Fotos) |
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Handlung:
Johan und Marianne stammen aus gut bürgerlichen Familien und gelten als vorbildliches Ehepaar.
Marianne arbeitet als Dozentin am biologischen Institut. Nach eigenen Angaben ist sie äußerst intelligent, erfolgreich, jugendlich, ausgeglichen, sexy, gesellig, kollegial und sportlich, hat keine Schulden und zahlt ihre Steuern. Sie be-schreibt sich zudem als Weltbürgerin, gute Mutter und gute Tochter sowie als eine großartige Liebhaberin.
Johan ist Jurist in einer Rechtsanwaltzkanzlei mit dem Schwerpunkt Scheidungs-recht. Er findet Marianne sehr hübsch, führt ein gutes Leben und verfügt nach Mariannes Einschätzung über einen guten Körper. Zu seinen Charaktereigen-schaften zählen Zärtlichkeit, Humor, Toleranz und Kameradschaft. Johan ist mit seinem Leben zufrieden und wünscht sich, dass alles so bleibt, wie es ist, ohne Veränderungen. In Bezug auf seine eigene Ehe fühlt er sich sorglos.
Marianne und Johan sind seit zehn Jahren verheiratet und haben zwei Töchter. Alles schein perfekt zu sein. Allmählich beginnt ihre harmonische Fassade zu bröckeln. Eine Diskussion entsteht, weil Marianne ihre Ehe in erotischer Hinsicht als reizlos empfindet und er ihr keine ausreichende Aufmerksamkeit schenkt.
Nach einer Dienstreise überrascht Marianne ihren Mann in ihrem Sommerhaus auf den Schären vor Stockholm mit der Mitteilung, dass sie sich in den jungen Studenten Paul verliebt habe und mit ihm für mehrer Monate nach Paris gehen wolle, obwohl sie nicht sicher sei, ob ihre Affäre von Dauer sei. Vergeblich bittet Johan sie, die Reise abzusagen und ihrer Ehe eine Chance zu geben.
Zwei Jahre sind vergangen. Nach ihrem Auslandsaufenthalt besucht Marianne Johan. Sie leidet unter der besitzergreifenden Liebe Pauls und hofft auf eine Pro-fessur in Amerika, wohin Paul nicht mitkommen wird. Johan berichtet, dass er eine Psychologin aufsucht und sich auch privat mit ihr trifft. Johan liest Marian-ne aus seinem privaten Aufzeichnungen vor, in denen er bekennt, dass er sein Leben lang versucht habe, sich anzupassen, um anderen zu gefallen. Er erwähnt erstmals das Wort Scheidung. Später schlafen Marianne und Johan miteinander.
Schließlich treffen sich Marianne und Johan im biologischen Institut, um die Scheidungspapiere zu unterzeichnen. Danach werden sie erneut intim, doch es kommt bald zu einem Streit. Johan schwärmt von seiner neu gewonnenen Frei-heit, während Marianne zugibt, dass ihre Beziehung zu Paul gescheitert ist und auch ihre beruflichen Pläne nicht aufgegangen sind. Daraufhin folgt ein Aus-tausch gegenseitiger Demütigungen, der in eine gewalttätige Auseinander-setzung mündet. Verbittert unterzeichnen beide die Scheidungspapiere und gehen auseinander.
Weil es spannend ist, zu sehen, wie es mit Johan und Marianne weitergeht, folgt noch ein Epilog:
Sieben Jahre sind vergangen. Marianne und Johan begegnen sich in ihem Som-merhaus wieder. Beide sind erneut verheiratet, jedoch mit anderen Partnern. Sie wirken glücklicher denn je, frei von ihrem gemeinsamen Problemen und doch sind sie weiterhin unfähig und unwillig, die Bindung zueinander aufzulösen. Sie führen ein liebevolles, respektvolles und gutes Gespräch miteinander.
Existenzielle Fragen sorgen für Diskussionsstoff nach dem Stück, wie: Was ist Freiheit? Kann Treue mehr sein als eine Selbstverständlichkeit? Wie definiert man Glück?

Fazit über die Premiere:
Mit einer guten Portion Humor und hitzigen Dialogen zeigt diese völlig neue zwei-Personen-Version das Scheitern einer Ehe. Bergman persönliche Erfahrun-gen machen dieses Stück besonders authentisch. Und alle, die bereits eine lange Beziehung führen oder geführt haben, werden dies bestätigen können.
Regisseur Hans-Peter Kellner stellte in dieser dynamischen Komödie die tradit-ionellen Geschlechterrollen von Mann und Frau auf den Kopf. Die Bühnenadap-tion kam mit einem schlichten Bühnenbild und wenigen Requisiten aus, sodass das reine Schauspiel im Mittelpunkt stand. In Ingmar Bergmans Klassiker erleb-ten zwei ebenbürtige Publikumslieblinge eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Julia Cencig verkörperte die Rolle einer modernen, emanzipierten Frau, die als selbst-bewusste und erfolgreiche Naturwissenschaftlerin ihren „Mann steht“ und sich auf ein emotionales Abenteuer mit einem jüngeren Liebhaber einlässt, das schließlich scheitert. Simon Hatzl zeigte als Rechtsanwalt seine weiche und sen-sible Seite, denn auch Männer haben Gefühle und dürfen diese zeigen – nicht nur auf der Bühne.
Der Mix aus Humor und Beziehungsdrama kam beim Premierenpublikum sicht-lich gut an. Nach jeder Szene gab es Applaus und am Ende erfolgte frenetischer Jubel, unter anderem von heimischer Prominenz wie Jacob Seeböck, Wolf Bach-ofner und Edita Malovčić.
UNISEX-Bewertung:
4,5 von 5 Punkte
17. (Premiere), 25. & 30.04 / 06.05.26., Theater Akzent
Theresianumgasse 18, 1040 Wien
Einlass: 18:30 Uhr
Beginn: 19:30 Uhr
Kartenvorverkauf: Tickets sind unter www.oeticket.com, www.wien-ticket.at, sowie an der Theater Akzent-Tageskassa (Argentinierstraße 37, 1040 Wien) von Mo. – Sa. von 13:00 – 18:00 Uhr (ausgenommen Feiertage), telefonisch unter +43 (1) 501 65-13306, oder unter www.akzent.at erhältlich. |
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Über Ingmar Bergman:
Ernst Ingmar Bergman (* 14. Juli 1918 in Uppsala; † 30. Juli 2007 auf Fårö) war ein schwedischer Drehbuchautor und Film- und Theaterregisseur. Er wuchs in einem evangelischen Pfarrhaus auf und erhielt eine strenge religiöse Erziehung. Ingmar Bergman war fünfmal verheiratet und hatte neun Kinder.
Neben „Szenen einer Ehe“ (1973) gehören „Das Lächeln einer
Sommernacht“ (1955), „Das siebente Siegel“ (1957), „Wilde
Erdbeeren“ (1957), sowie die drei Oscar-prämier-ten Filme „Die Jungfrauenquelle“ (1961), „Wie in einem Spiegel“ (1962) und „Fanny und Alexander“ (1984) zu seinen bedeutendsten Werken.
Zu seinen wichtigsten Auszeichnungen zählen der Goldener Bär der Internatio-nalen Filmfestspiele Berlin (1958), Bambi (1977), der Goldener Löwe von Vene-dig (1983) sowie der Felix Europäischer Filmpreis für das Lebenswerk (1988). Im Jahr 1997 wurde Ingmar Bergman bei den Filmfestspielen in Cannes als „Bester Filmregisseur aller Zeiten“ mit der „Palme der Palmen“ geehrt.

Über das Stück „Szenen einer Ehe“:
„Szenen einer Ehe“ (Originaltitel: „Scener ur ett äktenskap“) ist ein schwedisches Filmdrama von Ingmar Bergman aus dem Jahr 1973. In dem Ehedrama verarbei-tete Bergman persönliche Erfahrungen, darunter seine Beziehung zur Hauptdar-stellerin Liv Ullmann, seine unglücklichen, letztlich geschiedenen Ehen mit Käbi Laretei und Gun Hagberg sowie die Ehe seiner Eltern, Karin und Erik Bergman.
Der Film wurde sowohl als sechsteilige Fernsehserie als auch in einer kürzeren Kinofassung gezeigt. 1981 brachte Ingmar Bergman „Ehe“ als Theaterstück auf die Bühne des Münchner Residenztheaters. |
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