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Denise Jastraunig und Lukas Müller im Kammermusical „John & Jen“ im Theater Spielraum
EVENT-TOPTIPP: JOHN & JEN – ein berührendes Kammermusical feierte österreichische Erstaufführung!
Text: Andrea Beckert, Fotos: Barbara Pálffy

Wien, 19.02.2026. Am 18. Februar 2026 erlebte ein Off-Broadway-Musical seine umjubelte österreichische Erstaufführung im Theater Spielraum: „John & Jen“. Das Zwei-Personen-Stück ist ein berührendes, wie humorvoll unterhaltendes Kammermusical von Andrew Lippa (Musik) und Tom Greenwald (Text), welches auf intime Weise von Geschwisterliebe und -konflikten sowie der Herausforderung, als Mutter loszulassen, erzählt. Wie in einem Zeitraffer wer-den rund 40 Jahre amerikanische Zeitgeschichte auf die Bühne gebracht – von 1952 bis 1990. Dabei werden vielfältige Aspekte familiärer Beziehungen, Vietnamkrieg, Hippie-Bewegung, Basketball und Baseball, Talkshows sowie weitere Themen behandelt. Denise Jastraunig und Lukas Müller überzeugten in ihren Rollen als Jen (Schwester und Mutter) und John (Bruder und Sohn).
Das emotionale Kammermusical „John & Jen“ läuft noch bis zum 14. März 2026 im Theater Spielraum in Wien. Prädikat: Besonders wertvoll!
Inhalt:
Ort, Zeit der Handlung: USA, 1952 – 1990

1. Akt: Die Geschwister (1952 – 1971)
Mit sechs Jahren bekommt Jen einen kleinen Bruder namens John. Sie heißt ihm in der Welt herzlich willkommen. Jen und John wachsen in einem schwierigen Elternhaus mit einem gewalttätigen Vater auf. Jen übernimmt eine beschützen-de Mutterrolle für ihren kleinen Bruder und beide schließen den Eid, stets für-einander da zu sein. Doch als Jen das Elternhaus verlässt, um aufs College zu gehen, bleibt John allein zurück. Jen schließt sich der Hippie-Bewegung an und wandert nach Kanada aus, um zu verhindern, dass ihr Freund in den Vietnam-krieg eingezogen wird.
Während Jen in den 1960er-Jahren ihr freies Leben in New York genießt, gerät John unter den Einfluss seines konservativen Vaters und entscheidet sich, der Navy beizutreten. Als Jen aus New York nach Hause zurückkehrt, erkennen die Geschwister, wie sehr sie sich verändert haben und wie weit sie sich auseinan-dergelebt haben. Bei einem letzten Treffen an Weihnachten kommt es zu einem unversöhnlichen Streit.
Kurz darauf fällt John im Alter von nur 19 Jahren im Vietnamkrieg. Jen drapiert eine amerikanische Flagge auf den Sarg und schwört vor dem aufgebahrten Bruder, bei ihrem eigenen Sohn alles besser zu machen.

2. Akt: Mutter und Sohn (1971 – 1990)
Die 26-jährige Jen ist inzwischen Mutter eines Sohnes, den sie nach ihrem ver-storbenen Bruder John benannt hat. Sie bemüht sich intensiv, die Fehler der Ver-gangenheit bei ihrem Sohn zu vermeiden und ihm in jeder Hinsicht ein besseres Leben zu ermöglichen. Allerdings erschwert ihre übermäßige Fürsorge John, sei-nen eigenen Weg zu finden. Der junge John verfolgt andere Interessen, Träume und Ziele und rebelliert gegen seine Mutter, die ihn ständig mit seinem verstor-benen Onkel vergleicht.
Die alleinerziehende Mutter und ihr siebenjähriger Sohn John verbringen Weih-nachten gemeinsam. Das Geschenk der Mutter, ein alter Baseballhandschuh, der einst ihrem Bruder gehörte, findet bei John wenig Begeisterung. Aus Rücksicht auf seine Mutter spielt John die Lieblingssportart seines Onkels. Jens übertrie-benes Verhalten während der Spiele führt dazu, dass John sich gedemütigt fühlt. Als der zwölfjährige John ins Ferienlager aufbricht, fällt Jen der Abschied sehr schwer.
Später wechseln sich Mutter und Sohn in Talkshows ab. Dabei wird Jens zuneh-mende Abhängigkeit von ihrem Sohn sowie Johns Kampf um persönliche Frei-heit thematisiert.
John findet heraus, dass seine Mutter seine Zusage für die Columbia University zurückgehalten hat, da Jen Angst hat, ihren geliebten John erneut zu verlieren. Als der Streit zwischen ihnen eskaliert, ohrfeigt Jen ihren Sohn.
Erschüttert von den Parallelen zu ihrem gewalttätigen Vater, zieht sich Jen zum Grab ihres Bruders zurück, wo es zum emotionalen Finale kommt. … Kann Jen
  innerlich Abschied von ihrem Bruder nehmen? Wird sie endlich in der Lage sein, ihren Sohn loszulassen, um ihre Familie zu retten? Diese und weitere Fragen be-antwortet das Kammermusical „John & Jen“ auf eindrucksvolle Weise.

Fazit:
In der sehr intimen Inszenierung von Robert G. Neumayr überzeugten die bei-den äußerst talentierten Protagonist*innen durch die glaubwürdige Darstellung ihrer Figuren in verschiedenen Altersstufen.
Lukas Müller verkörperte dabei eindrucksvoll die Doppelrolle des Bruders und Sohnes, beide mit dem Namen John. Im ersten Teil entwickelte er sich authen-tisch vom kleinen Bruder, der sehnsüchtig auf den Weihnachtsmann wartet, zum feschen Navy-Offizier, der im Krieg fällt. Im zweiten Teil reifte er wieder vom Kleinkind mit Teddybär zum Teenager heran, der gegen seine Mutter rebelliert und seine eigenen Träume und Ziele verfolgt.
Denise Jastraunig erlebte als Jen ein Wechselbad der Gefühle – von der großen Schwester, die ihren kleinen Bruder vor Gewalt schützen will, zum weltverbes-serden Hippie, bis hin zur peinlich kreischenden Mutter.
Für einen humorvollen Moment sorgte die Baseball-Szene im zweiten Teil. John wurde beim Baseballspielen durch die lautstarke Unterstützung seiner Mutter von der Tribüne aus in Verlegenheit gebracht. Dabei entstand ein emotionaler Streit zwischen Mutter und Sohn.
Das Bühnenbild von Marc Rothschild war naturalistisch und schlicht gestaltet, wodurch der Fokus klar auf die Geschichte und die Charaktere gelenkt wurde. Das einfache Inventar wurde durch zwei multifunktionale Kisten sowie einige Regale ergänzt, in denen Fotoalben lagen und Kostüme verborgen waren. Wäh-rend der zahlreichen Szenenwechsel mussten Denise Jastraunig und Lukas Mül-ler ihre auf der Bühne versteckten Kostüme blitzschnell wechseln. Drei Röhren-fernseher kamen zum Einsatz. Sie zeigten Jahreszahlen und Ausschnitte von Reden verschiedener Präsidenten wie John F. Kennedy oder Richard Nixon, um das Publikum auf die jeweils folgende Szene einzustimmen. Die Kostüme von Anna Pollack sorgten für einen authentischen Look der jeweiligen Epoche. Tom Barcal setzte die Figuren wunderbar ins Licht. Die musikalische Begleitung über-nahm ein exzellentes Trio aus Piano (Bernhard Jaretz, musikalische Leitung), Cello (Margarethe Vogler / Maike Clemens) und Percussion (Fabian Ratheiser / Marco Lentner), welches im Hintergrund der Bühne platziert war.
Kurz gesagt: Auch in kleinem Rahmen lassen sich Musicals hervorragend insze-nieren. Das beweist das engagierte Team des Theater Spielraum mit der öster-reichischen Erstaufführung des Kammermusicals „John & Jen“ aufs Neue. Bravo!

UNISEX-Bewertung: 4,5 von 5 Punkte

John & Jen
18. (Premiere, ÖEA) – 21., 25. – 28.02. / 02., 05.,07., 09., 11. – 14.03.26, Theater Spielraum

Kaiserstraße 46, 1070 Wien, www.theaterspielraum.at
Denise Jastraunig und Lukas Müller Denise Jastraunig und Lukas Müller Denise Jastraunig und Lukas Müller
Denise Jastraunig und Lukas Müller Denise Jastraunig und Lukas Müller Denise Jastraunig und Lukas Müller
Denise Jastraunig und Lukas Müller Denise Jastraunig und Lukas Müller
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