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Ensemble Markus Richter und  Michael Postmann Susanne Seimel, Georg Prohazka, Michael Postmann und Lilly Kugler-König
EVENT-TIPP: ZUSTÄND‘ WIE IM ALTEN ROM – ein opulent-heiterer Bühnenspaß im Gewand der alten Römer!
Text: Andrea Beckert, Fotos: Bettina Frenzel (6), Andrea Beckert (9)

Wien, 10.06.2021. Die Tschauner Bühne ist eine beliebte Wiener Kulturinstitution, die seit über 110 Jahren vorwiegend Stegreif spielt. Am Mittwoch, dem 9. Juni 2021, wurde die neue Saison eröffnet – mit dem turbulenten Musical „Zuständ‘ wie im alten Rom“. Das Musical im Original „A Funny Thing Happened on the Way to the Forum“ von Stephen Sondheim feierte am Broadway große Erfolge – nun geht dieser Erfolgslauf auf der Tschauner Bühne weiter. In der temporeichen Inszenierung von Markus Richter, mit abwechslungsreichen Choreografien von Lilly Kugler-König, in den historisch anmutenden und teilweise sehr sexy Kostümen von Stardesigner Juergen Christian Hoerl brilliert das famose Ensemble auf der farbenfrohen Bühne von Petra Fibich-Patzelt. Dem Musical „Zuständ‘ wie im alten Rom” (Buch: Burt Shevelove und Larry Gelbart) liegen Motive und Figuren des römischen Komödiendichters Titus Maccius Plautus zugrunde. Die Zeitreise führt in das antike Rom. Der gewitzte Sklave Pseudolus versucht mit allen Mitteln seine Freiheit zu erlangen. Und schon bald beginnt ein heilloses Verwirrspiel um skurrile Charaktere dreier Häuser. Die erste Premiere in dieser sommerlichen Saison war jedenfalls ein voller Erfolg. Vorstellungen von Stephen Sondheims witzigem Musical gibt es noch bis 7. August 2021. Prädikat: Funny!
Thomas Schreiweis und Jürgen Kapaun Dean Welterlen und Sarah Baum Sarah Baum, Lilly Kugler-König, Georg Prohazka, Georg Hasenzagl, Claudia Rohnefeld und Michael Postmann
Inhalt:
Ort, Zeit: Rom, Antike. Ort der Handlung ist eine Straße mit drei Häusern im alten Rom. Im ersten Haus wohnt Erronius, ein greiser Mann, der auf der Suche nach seinen beiden Kinder, die einst von Piraten geraubt wurden, ist und siebenmal um die Hügel Roms laufen muss. Im mittleren Haus lebt der alte römische Bürger Senex mit seinem Chefsklaven Hysterium, seiner herrschsüchtigen Frau Domina, seinem Sohn Hero und dessen gewitzten Sklave Pseudolus, der mit allen Mitteln versucht, seine Freiheit zu erlangen. Das angrenzende Freudenhaus gehört dem Kurtisanenhändler Marcus Lycus, der im „Fleischhandel“ tätig ist und schöne Kurtisanen, wie die einfältige, aber reizende Sklavin Philia, verkauft.
Der ebenso hübsche wie einfältige Hero hat sich verliebt in eine liebreizende Jungfrau, welche er im Fenster des unsittlichen Nachbarhauses gesehen hat. Doch seine Angebetete, die Jungfrau Philia, ist von ihrem Besitzer Marcus Lycus bereits an dem großen Hauptmann Miles Gloriosus verkauft worden.
Hero verspricht seinem Leibsklaven Pseudolus die Freiheit, wenn es ihm gelingen sollte, dass er und Philia zusammenkommen.
Als Heros Eltern verreisen, entwickelt Pseudolus rasch einen Plan, denn Miles Gloriosus ist mit seinen Soldaten im Anmarsch, um seine Ware abzuholen. Pseudolus überzeugt Marcus Lycus, dass Philia sich mit einer schlimmen Seuche angesteckt habe, in deren Endstadium man immer lächeln müsse, was Philia in der Tat tut. Marcus Lycus ist damit einver-
standen, dass Pseudolus Philia in Senex' Haus in Quarantäne steckt, wo sie sich natürlich in Hero verliebt. Wenn dann auch noch Senex sehr zum Missfallen seiner Gattin Domina und seinem Sohn Hero ebenfalls einen Blick auf Philia wirft, ist Ärger vorprogrammiert. Doch die treu ergebene Sklavin Philia hat ihre Prinzipien, sie besteht darauf, den Vertrag mit Miles Gloriosus zu erfüllen. Pseudolus will unbedingt seine Freiheit und bedient er sich einer List: Ein Schlaftrunk mit Pferdeschweiß soll die rettende Lösung sein. Weiters erpresst er Chefsklave Hysterium, sich als tote Philia zu verkleiden. Danach überzeugt Pseudolus den Hauptmann, Philia sei an einer tödlichen Krankheit verstorben und müsse
beerdigt werden. Doch als Miles Gloriosus auf der Trauerfeier seine „Braut“ noch einmal küssen will, bevor sie verbrannt wird, fliegt der Betrug auf. Pseudolus, Hysterium, Hero und Philia fliehen zum Hafen, werden aber von Marcus Lycus gestellt.
Ein heilloses Verwirrspiel beginnt, als sich die Bühne mit einer echten und zwei falschen Philias, jede auf der Flucht vor liebestollen Männern, füllt. Der lüster-
ne Senex ist auf der Flucht vor seiner Gattin. Hero droht mit Selbstmord. Miles Gloriosus will Pseudolus als Urheber der ganzen Ärgerlichkeiten hinrichten lassen. Da erscheint Erronius und entdeckt mit Ringen, dass Miles und Philia seine lang vermissten Kinder sind.

Nach allerlei turbulenten Verwechslungen geraten die Ereignisse außer Kontrolle … bis sich im Happy-End-Finale die richtigen Paare finden.

Die fulminante Inszenierung von „Zuständ‘ wie im alten Rom“ belohnte das restlos begeisterte Premie-
renpublikum mit zahlreichen Lachern und zum Schluss mit tosendem Applaus.

Fazit:
Ganz nach dem Motto „Tragisch wird es morgen – komisch heute Nacht!“ hält die Wiener Tschauner-Bühne ihr Versprechen. Denn der köstlich witzigen Verwechslungskomödie „Zuständ‘ wie im alten Rom“ mangelt es an skurrilen Charakteren sowie Irrungen und Wirrungen absolut nicht. Trotz flottes Spiel-
tempo werden in turbulenten Situationen Dialoge und Songtexte pointenreich auf den Punkt gebracht.
Ein erfolgreiches Leading Team garantiert auch heuer wieder für puren Musicalgenuss. Die aufein-
ander abgestimmten Kostüme und Bühnenbild tra-
gen dazu bei, Schauspieler und Publikum ins antike Rom zu entführen. Für die historisch anmutenden und teilweise sehr sexy Kostüme zeigt Modedesigner Juergen Christian Hoerl verantwortlich. Farbenfroh und detailreich präsentiert sich das Bühnenbild von Petra Fibich-Patzelt.
Zum energiegeladenen Ensemble gehören hervorra-
gende Publikumslieblinge aus vergangenen Produk-
tionen und tolle Neuzugänge bereichern das Team.
Herrlich unterwürfig spielt Dean Welterlen den alten Römer Senex, der im Lauf des Stücks seinen zweiten Frühling erlebt. Ihrem Rollennamen absolut gerecht wird die großartige Lilly Kugler-König als Senex‘ Gattin Domina. Nebenbei gehen ihre dynamischen Choreografien dem Ensemble leichtfüßig von der Sohle. Georg Hasenzagl schmachtet als liebeskran-
ker Jüngling Hero, deren ganz wunderbar tollpat-
schig-schüchterner Sohn, seiner jungfräulichen Angebeteten vortrefflich hinterher. Jürgen Kapaun macht nicht nur als überdrehter Chefsklave Hyste-
rium, Sklave von Senex und Domina, eine gute Figur, ihm stehen auch Frauenkleider als Philias Doppel-
gängerin toll. Mit Claudia Rohnefeld steht ein raffi-
niert-schlitzohriger Sklave Pseudolus auf der Bühne. Und die Schauspielerin mit umwerfend sympathische Ausstrahlung meistert die Sondheim-Songs stimm-
lich mit Bravour. Markus Richter (Regie / musika-
lische Leitung) punktet als skrupelloser und herrlich verwirrter Kurtisanenhändler Marcus Lycus mit enormer Bühnenpräsenz. Sarah Baum zieht nicht nur als Kurtisane Philia, die verkauft werden soll‚ die Blicke auf sich, sondern überzeugt auch mit klarer Gesangsstimme und schauspielerisch durch amüsan-
te Naivität. Der schlaksige Georg Prohazka verleiht dem römischen Hauptmann Miles Gloriosus ein strammes Erscheinungsbild. Susanne Seimel als erotische Kurtisane Gymnasia und Michael Post-
mann
in verschiedenen Rollen sind ebenfalls bei dieser Produktion mit dabei. Thomas Schreiweis glänzt schauspielerisch in seiner Rolle, der als greiser Römer Erronius siebenmal um die Hügel von Rom gehen muss.
Der Broadway-Hit „Zuständ‘ wie im alten Rom“ ist ein abwechslungsreicher Bühnenspaß, den man nicht verpassen sollte!!

UNISEX-Bewertung:
5 antike Lorbeerkränze bzw. 5 von 5 Punkte

„Zuständ‘ wie im alten Rom“
10., 11., 29. & 30.06., 27. & 28.07., 04. – 07.08. & 07.09.21, Tschauner Bühne

Maroltingergasse 43, 1160 Wien, www.tschauner.at.
Jürgen Kapaun und Claudia Rohnefeld Dean Welterlen Lilly Kugler-König
Georg Hasenzagl Sarah Baum Susanne Seimel und Michael Postmann
Markus Richter Georg Prohazka Thomas Schreiweis
Weitere Highlights im Sommer 2021:
SALON PITZELBERGER – ein neuer lustiger Klassiker auf der Original Stegreifbühne!
TSCHARLEYS TANTE – eine Tante kommt selten alleine!
IM GRAUEN RÖSSL – fröhliches Impro-Theater unter freiem Himmel!
TSCHAUNER AHOI! – die neue Stegreif 2.0-Produktion schlägt hohe Wellen der Begeisterung!
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